Mittwoch, 29. Februar 2012

"Children hours"




Happy 50. Birthday Karl! Letzten Dienstag hatte Karl Geburtstag, aber das hieß nicht, dass der Tag einfach war. Eva wollte nicht in die Schule gehen und meinte ihr Herz tut weh. Wie erklärt man einem Kind psychosomatische Schmerzen und dass es wichtig ist in die schule zu gehen, da wir ansonsten abends nicht essen gehen können. Ich habe bisher noch nicht rausgefunden, warum Eva nicht in die Schule gehen will, sie meint es sei Arbeit und sie will lieber spielen. Dabei basteln sie sehr viel in der Schule und das gefällt ihr eigentlich, auch die Lehrerin mag sie gerne deshalb weiß ich einfach nicht woran es liegen könnte! Letztendlich ging sie dann doch in die Schule, und ich fuhr mit Peter, Sarah und Mia in einen Nachbarort ins Shoppingcenter. Dort kauften wir Zubehör um Cupcakes zu machen, welche die Kinder nach der Schule freudig dekorierten. Am Abend gingen wir mit der kompletten Familie ins „Hurrican“  Karls Lieblingsrestaurant. Um seinen Namen alle Ehre zu geben, waren die Portionen riesig und eigentlich nicht zu schaffen, naja ich war die einzige, die nicht aufgegessen hat! Zu Hause gab es dann noch einen leckeren Schokoladenkuchen von der französischen Pattisserie um die Ecke und natürlich Bescherung. Auch hier war die gesamte Familie anwesend und man konnte Karl ansehen, dass er unglaublich glücklich war, besonders weil seine Verwandtschaft aus Wien dabei sein konnte. Am nächsten Tag hatte noch mehr Probleme damit, Eva fertig zu machen. Dieses mal war sie frech, rannte draußen herum und hörte absolut nicht. Erst als wir zu dritt, Peter Sarah und ich auf sie eingeredet hatten und ihr klar gemacht haben, dass sie in die Schule muss, schafften wir es gerade noch rechtzeitig aus dem Haus. Ihre Launen am Morgen ändern sich, an manchen Tagen macht sie keine Probleme aber an den anderen ist sie entweder frech oder sie weint, weil ihr was weh tut. Aber sie ist trotzdem ein unglaublich herzliches Mädchen, von der ich noch viel lernen kann und es macht mir immer wieder Freude mit ihr zu spielen. Am Donnerstag fuhren wir dank gutem Wetter endlich in den National Park, der nur wenige Kilometer entfernt ist. Von dem Berg aus, hatten wir eine unglaublich schöne Aussicht, auf die Weite des Parkes und ich war wieder einmal überwältigt und konnte es nicht glauben, dass nicht weit in die andere Himmelsrichtung eine Millionenstadt mit Hochhäusern zu sehen ist. Diesen Gegensatz werde ich hier vermutlich noch viel öfter sehen und immer wieder bewundern. Leider sahen wir ansonsten nicht sehr viel, hier und da einen Vogel und krebse, aber die Kängurus zeigten sich leider nicht! Am nächsten Tag war es wieder einmal so heiß, dass wir beschlossen, an den Strand zu fahren. Wir landeten an einem nicht sehr großen aber dennoch sehr schönen und leeren Strand mit Felsen an den Seiten, auf denen man klettern konnte. Und dann war die Woche auch schon wieder verflogen. Die Nachmittage waren besonders ereignisreich, und vergingen wie im Fluge. Mit Kindern erlebt man so viel, besonders mit ganz kleinen wie Mia. Es gibt immer wieder Momente die man am liebsten für immer festhalten möchte, aber man kann sie weder durch ein Foto noch durch ein Video festhalten. Jeden Tag passiert etwas neues, sei es dass sie ein neues Wort sagt oder die Mutter nachahmt wie sie mit dem Hund spielt! Man wird überschwemmt von Eindrücken, dass man sie gar nicht alles festhalten kann, was wirklich sehr traurig ist. Denn diese Momente sind die wichtigsten im Leben, weil es einen glücklich macht und man sich wohlfühlt! 
Am Samstag stand dann eine große Hawaii-Party an um Karls Geburtstag mit den Freunden nachzufeiern. Da bereits um 3pm die ersten Gäste kommen sollten, begannen wir schon morgens mit den Vorbereitungen. Und wie es sich gehört bereiteten wir 5 Frauen das Essen in der Küche vor, während Karl draußen mit den Kindern bastelte und Peter die beiden Babys, Mia & Ella, fütterte. Nach vollendeter Arbeit hüpften wir alle noch schnell in den Pool und dann konnte die Party beginnen. Es gab einen leckeren tropischen Punsch, Alkohol für jeden Geschmack und natürlich unmengen an Essen. Erst Snacks, dann BBQ und gegen Ende leckere Dessert von Karls Arbeit. Auch die Kinder hatten ihren Spaß und genossen den Abend. Es war eine sehr Multikulturelle Gesellschaft aus Australien, Östereich, Deutschland, Spanien, Kenia, Papua Neu-Guinea, Russland und England anwesend. Dementsprechend vielfältig verlief auch der Abend. Und irgendwann merkte ich gar keinen unterschied mehr, ob mich jemand auf Deutsch oder Englisch angesprochen hat, sogar von meinen Russischkenntnissen konnte ich Gebrauch machen. 
Da ich noch angeschlagen war von den Antibiotika war für mich der Abend relativ früh vorbei, aber die Erwachsenen tanzten noch lange bis in die Nacht hinein und es war ein reines Vergnügen meine Gasteltern mal außerhalb ihrer Rolle als Eltern zu sehen. 
Am Morgen danach war jeder erschöpft und so legten wir einen ruhigen Sonntag zu Hause ein. Ich kann es absolut nicht glauben dass schon wieder eine Woche vorbei ist. Mit Kindern vergeht die Zeit einfach viel schneller, weil man sich stundenlang mit einer Sache beschäftigen kann ohne dass es ihnen langweilig wird.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        

Mittwoch, 22. Februar 2012

"A family is a gift that lasts forever"





Die Letzte Woche verlief sehr turbulent. Aus einem kleinen Stich wurde eine große Wunde mit Eiter, die es mich in meinen Handlungen sehr einschränkte. Besonders das Laufen und sitzen fiel mir sehr schwer. Nachdem es eine Woche lang immer schlechter wurde, überwand ich mich am Mittwoch endlich zum Arzt zu gehen. Ich hatte eine sehr nette Ärztin, die meine Schmerzen nachempfinden konnte und mir Antibiotika, Schmerzmittel und ein Antiseptikum verschrieb. Carolyn, war unglaublich verständnisvoll, so dass ich mich den Tag über ausruhen konnte und mich nicht um die Kinder kümmern musste. Auch die nächsten beiden Tage war ich noch nicht in der Lage meine Aufgaben als Au pair wieder völlig alleine zu erfüllen und ich war wirklich froh, dass ich hier in einer so tollen Familie bin in der jeder mithilft wenn es nötig ist. Überhaupt ist der Begriff Familie hier sehr wichtig, deswegen hat Caro auch eine große Überraschung für Karls Geburtstag geplant. Am Freitag Abend hatten wir ein großes Dinner und es wurden 2 befreundete Familien eingeladen. Die Kinder bekamen Pommes und Filme und wir Erwachsenen ein 3-Gänge Menu und tolle Gesprächsthemen. Dieses Dinner hatte natürlich einen Hintergrund, wir mussten Karl wach halten. Obwohl Eva alles versuchte um wach zu bleiben, schlief sie irgendwann gegen 11 Uhr Abends ein. Die eine Familie hatte uns auch bereits verlassen, da die Kinder krank waren und ins Bett mussten. So saßen wir gesättigt vom Essen und einigen Falschen Wein, am Tisch und warteten. Aber worauf eigentlich? Als es schon nach Mitternacht war, verschwand Carolyn scheinbar ins Badezimmer. Als es dann an der Tür klingelte, war Karl überrascht und wir anderen grinsten auf Grund unseres Wissens, wer zu so später Stunde kommt. Doch vor der Tür stand niemand und als Karl wieder ins Esszimmer kam, konnte er seinen Augen nicht trauen. Da saßen doch tatsächlich auf einmal, sein Bruder Peter und dessen Tochter Sarah mit ihrem Mädchen Mia, die sich ums Haus durch die Terrassentür eingeschlichen hatten! Völlig überwältigt von seinen Gefühlen, brachte Karl kein Wort über die Lippen, aber er strahlte über das ganze Gesicht und man sah ihm an, wie unglaublich gut diese Überraschung gelungen war. Vollkommen erschöpft ließen wir den Abend dann relativ schnell ausklingen.
Am Samstag konnten es dann alle so richtig genießen dass die Verwandtschaft aus Österreich gekommen war und ich konnte den herrlichen Tag am Manly-Beach verbringen. Dort fand das Wochenende ein Surfer-Contest statt und demnach war es sehr voll. Ich lernte noch ein paar andere Au pair Mädchen kennen und hatte so langsam nicht mehr das Gefühl, neu zu sein. Da ich wegen den Antibiotika sehr schnell erschöpft bin, blieb ich am Sonntag alleine zu Hause, genoss die Sonne, den Pool und die Ruhe. Denn durch die zusätzlichen Gäste, gab es bisher keine einzige Minute, in der es im Hause still war. Ich freute mich natürlich auch über den Besuch, da es so für mich einfacher ist, die Kinder am Nachmittag zu beschäftigen. Dachte ich jedenfalls! Aber in Wirklichkeit tauchten dadurch mehr Probleme auf. Anstatt dass die Kinder auf mich hörten, tobten sie mit Onkel Peter rum, stritten sich und besonders Eva entwickelte sich zu einem Prinzesschen. Sie hörte nicht mal mehr auf ihre Mutter und jegliche Erziehungsmaßnahmen waren erloschen, denn sie hatte ständig jemanden der mit ihr spielte. Ich hatte es ziemlich schwer mit ihr, da sie mir nur noch pampige Antworten gab und versuchte mich rum zu komandieren. Sie ist sehr schlau und hat gemerkt dass ich geschwächt war und keine Kraft hatte mit ihr zu streiten. So schön es auch ist, eine große Familie zu haben ist es oft auch schwierig für Kinder, weil jeder andere Vorstellungen von Regeln und Grenzen hat. Obwohl die letzte Woche sehr turbulent war habe ich sie sehr genossen und mich inzwischen so richtig eingelebt. Denn durch meine Schmerzen, war ich irgendwann auf die Hilfe der Familie angewiesen und kann ihnen gar nicht genug dafür danken wie sehr sie mich bei meiner Genesung unterstützt haben indem sie mir so viel wie möglich an Arbeit abgenommen haben.

Mittwoch, 15. Februar 2012

".....to the place I belong"




So Etwas verspätet noch ein Überblick, auf den Sonntag!
Frühstück bei strahlendem Sonnenschein und Blick auf einen Meeresausläufer mit Wald ist einfach nicht zu topen, es sei denn man wärmt die Reste vom Vorabend erneut auf dem BBQ-grill auf und hat dann gebackene Tomaten, Spiegeleier und Rösti auf dem Teller! Und dieser intensive Geschmack von Essen, das auf einem Barbecue-Grill richtig zubereitet wird, ist einfach mit nicht damit zu vergleichen, wenn man es in der Pfanne brät. Natürlich spielte die Aussicht auch noch eine große Rolle, aber die haben wir bei uns am Bodensee ja auch oft genug. Gut gestärkt, setzten wir uns in die Paddelboote und erkundeten die Nachbarschaft. Und als wir es erst mal um die Ecke geschafft hatten, kam ich mir wirklich ein wenig so vor, als wäre ich auf dem Bodensee. Die Idylle war sehr ähnlich nur nicht so spießig. Und die Bäume waren natürlich schöner, die Menschen entspannter aber ansonsten sah es hier sehr ähnlich aus. Völlig erschöpft von der Paddelei legten wir uns einfach nur noch in die Sonne und genossen den herrlichen Tag, bis wir beschlossen alles einzupacken und zum Strand zu fahren. Nachdem alle Essensreste in die Mägen gewandert waren zog es auf einmal zu und man hörte vereinzelt Donner. Das hielt uns aber nicht davon ab auf unser Glück zu hoffen und so fuhren wir dennoch zu dem schönen Strand mit dem weißen Sand an dem wir auch schon am Tag vorher gebadet hatten. Leider wurde unser Plan durchkreuzt als es richtig anfing zu regnen und so fuhren wir direkt weiter nach Sydney. Eva fiel vollkommen erschöpft in einen sofortigen tiefen Schlaf, der erst endete als wir Sydney erreicht hatten. Marcus dagegen, konnte nicht schlafen, aber er saß sehr ruhig und geduldig auf seinem Platz und quengelte nicht ein mal, vermutlich weil er auch sehr erschöpft war. Um ihn hin und wieder zu beschäftigen spielten wir ein Spiel welches dem so genannten „ich sehe was, das du nicht siehst“ sehr ähnlich ist. Die Autofahrt verlief sehr ruhig und ich konnte einfach die Landschaft genießen. Es war wirklich unglaublich wie stark sich die Umgebung verändert hat, obwohl wir nur 3 Stunden unterwegs waren. Wenn man in Deutschland 3 Stunden irgendwo hinfährt sieht es dort auch nicht viel anders aus. Aber hier war das ganz anders. Es wechselte ständig zwischen Bergen mit kurvigen und steilen Straßen, unendlicher Weite mit ganz breiten geraden Straßen und Felsen, die rechts und links von der Straße weit nach oben ragten. Allein auf dieser Fahrt hatte ich das Gefühl, 3 Länder Plätze aus Europa durchquert zu haben. Da sind zum einen die schweizer Alpen mit ihren Kuhweiden die hier natürlich nicht gefehlt haben, dann das Höllental aus dem Schwarzwald mit den steilen Felsen und Kurven und nicht zu vergessen die unendliche Leere und weite von Norwegen, mit kleineren grünbewachsenen Felsen. Aber auch sonst habe ich an diesem Wochenende mir bekannte Orte wieder entdeckt. Wie z.B. die Amper, (Der Meeresausläufer vor unserem Haus) auf der ich auch schon öfters zum paddeln war, die energievollen Wellen und Klippen an der Berrara-Bay die mich sehr an Irland und seine Küste erinnerte und nicht zu vergessen der schöne dem französischen ähnliche Strand! Mit all diesen Eindrücken vollgestopft, kann ich es überhaupt nicht fassen dass wir nur übers Wochenende verreist waren, es kam mir eher so vor, als wären wir 2 Wochen weg gewesen. Ich bin unglaublich froh, dass ich diesen Ausflug mitgemacht habe, denn zum einen bin ich dadurch der Familie einen großen Schritt näher gekommen, weil ich nun auch mehr Kontakt mit den Eltern hatte. Und für die Kinder war ich nicht mehr ein Nanny sondern ein Spielkamerad, weil sich um die Erziehung ja die Eltern kümmerten. So machte es mir auch nichts aus mich mit den Kindern zu beschäftigen damit die Erwachsenen sich in Ruhe unterhalten können, aber meistens habe ich es gemacht, weil es unglaublich viel Spaß gemacht hat. Und einen großen Schritt habe ich auch im Englisch reden gemacht, weil ich ja keine andere Wahl hatte. Und mit Carolyns Freundin habe ich mich sehr viel unterhalten und über alle möglichen Themen ohne Probleme geredet!
Als wir dann wieder in die Stadt reinfuhren um noch ein Abendessen beim Thai einzunehmen, war ich wieder mal völlig überrascht wie schön Sydney ist. Und über das Wochenende konnte ich mir die Größe der Gebäude und der Stadt nicht einmal vorstellen!
Und das Opernhaus gab mir erneut das Gefühl, ich habe es geschafft, ich bin in Syndey!


Montag, 13. Februar 2012

"It's a Para... Para... Paradise"




Glücklicherweise, hörte es in der Nacht auf zu Regnen und wir konnten am Strand Frühstücken, den wir fast für uns alleine hatten, nur ein Wallaby und zwei Vögel leisteten uns Gesellschaft. Es war einfach unbeschreiblich wie weiß der Sand hier ist. Leider was es bewölkt, so dass der Kontrast nicht ganz so deutlich war. Wir machten dann noch einen Strandspaziergang und kamen an eine kleine Bucht, die aussah wie aus einem Fantasy-Land, nur die Feen haben gefehlt. Grüne Bäume, weißer Strand, dazwischen Wasser, welches durch das Teebaumöl bräunlich eingefärbt war, und mit Hilfe einer kleinen Holzbrücke überquert werden kann. Etwas entfernt von der Jervis Bay machten wir uns nach dem Picknick auf den Weg dort hin und ich war erstaunt über die vielen alten flachen Häuser, die definitiv nur für warmes Wetter gebaut wurden. Und daneben stand hin und wieder ein ganz modernes 2 stöckiges Haus, als hätte die Zeit einen Sprung gemacht. Und immer wieder sah man Kängurus. Auf Pferdekoppel, Fußballplätzen am Straßenrand oder in Vorgärten. Es schien einfach als wären verschiedene Länder und Zeiten an einem Ort 
durcheinander geworfen zu sein. Als wir ankamen, war ich überrascht was für eine Idylle hier herrschte. Als wäre man in einer Wellness-Oase gelandet war das Wasser blau/türkis mit gemütlichen Booten und dahinter ein grüner Wald aus dem wunderschöne Ferienhäuser herausschauten. Auch Kaffes an der Straße waren freundlich und gemütlich eingerichtet und erstaunlicherweise nicht teuer, obwohl das ein Touristen Anlaufpunkt ist. Für mich unverständlich wie ruhig es hier war, konnte ich dieses Paradies genießen und mich nicht satt sehen. Aber wir mussten weiter um das Haus anzuschauen in dem wir eventuell die nächste Nacht verbringen würden. Und ich konnte es nicht glauben, aber auf einmal stand ich vor einem kleinen Strandcottage ähnlichem Haus mit Blick auf einen kleinen Ausläufer vom Meer und dahinter einem scheinbar undurchdringlichem, wunderschönen Wäldchen. Da stand natürlich für die Kinder sofort fest, wir bleiben diese Nacht hier anstatt noch eine Nacht im Zelt zu schlafen! Dann ging es wieder zurück auf dem Princess Highway, der seinen Namen definitiv verdient hat, weil ich vorher noch keine so Märchenhafte Reise erlebt hatte. Diese Fahrt führte uns zur Berrara bay, an der man die Macht und Kraft des Meeres zu spüren bekam. Zusätlich zu einem Strand waren hier Steinplatten so geformt 
worden, als hätten sie Menschen hingelegt. Zwischen zwei Platten war immer eine gerade Furche, als sei es gepflastert worden. Dahinter war ein massiver Felsblock der sehr hoch war und ahnen lies, wie stark die Wellen an den Klippen brechen können! So überwältigend es hier auch war, konnte man nicht sehr gut schwimmen gehen und so fuhren wir weiter zu unserem dritten Strand an einem Tag. Und das Wetter schien darauf gewartet zu haben dass wir dort ankommen, denn es klarte total auf und ich stand auf einmal auf weißem Strand, vor und über mir blauer Himmel als wäre ich im Paradies angekommen. Weit und breit keine nervigen Cafes für Touristen, keine Strandliegen und kaum andere Menschen um mich herum! Ich rannte sofort ins Meer und hüpfte mit den Kids über Wellen, was ich so lange nicht mehr gemacht hatte, obwohl es doch unglaublich viel Spaß macht. Wir rannten, tobten, entdeckten und entspannten so lange bis es Zeit war aufzubrechen, immerhin mussten wir noch unser Zelt zusammenpacken und Abendessen richten. Natürlich konnte es dann noch besser kommen, denn ich bekam endlich mein aller erstes BBQ in Australien, mit einem typischen BBQ-Grill auf dem man einfach alles zubereiten kann. Würstchen, Steak, Schinken, Zucchinis, Auberginen, Maiskolben, gedünstete Zwiebeln, Knoblauchknollen und Rösti. Dazu kam ein frischer Salat viele Dips, Wraps und ein Rotwein durfte auch nicht fehlen. Vollgegessen konnte ich gar nicht glauben das ich so viele ganz unterschiedliche Orte an nur einem Tag und in einem Radius von maximal 50km gesehen habe. Kein Wunder dass ich völlig erschöpft ins Bett und in einen tiefen Schlaf fiel!






"Country roads, take me home"




Am Freitag scheint jeder mit dem falschen Fuß aufgestanden zu sein. Eva wollte nicht in die Schule, weil sie meinte, dass sie keine Freunde dort hätte. Es war äußerst schwer sie vom Gegenteil zu überzeugen, aber immerhin weinte sie nicht mehr als wir die schule erreichten und ich erhielt auch keinen Anruf, dass ich sie früher abholen soll. Als nächstes sollte ich Marcus Saxophon mittags in die Schule bringen, weil er dort Orchster hatte. Das läuft hier aber bisschen anders. Es gibt eine bestimmte Anzahl von jedem Instrument und die Kinder dürfe sich eines aussuchen, sie sind also nicht ganz frei in ihrer Entscheidung. Marcus z.B. wollte lieber Gitarre spielen aber die waren schon vergeben. Ich denke aber das er mit dem Saxophon auch sehr zufrieden ist. Jedenfalls versuchte er schon einmal darauf zu spielen, nachdem ich ihm gezeigt hatte wie es geht und er bekam sofort einen Ton heraus. Er konnte sogar schon mit den Klappen umgehen und verschiedene Töne spielen. Natürlich war er sehr stolz auf sich und meinte die ganze Zeit es sei extrem schwer. Und Für mich war es total schön mitzuerleben wie er das erste mal auf einem Instrument spielt! Auf jeden Fall ging ich dann mit dem Saxophon in die Schule und wartete am gleichen Platz wie jeden Tag aber Marcus tauchte nicht auf. Ich bekam langsam Angst und suchte den Schulhof ab, ging in sein Klassenzimmer und fragte letztendlich eine Lehrerin wo denn die Orchesterprobe stattfindet. Als ich endlich den Raum erreich hatte erklärte mir eine Dame nett und höflich, dass die Kinder die Instrumente heute noch nicht brauchen! Vollkommen gestresst lief ich zurück, weil ich eine halbe Stunde später wieder zur Schule musste um Marcus abzuholen. Glücklicherweise musste ich mich nicht um Eva kümmern da sie bei einer Freundin war. Nach der Schule kam auch direkt Karl nach Hause und wir packten alles für unseren Campingausflug übers Wochenende. Es war lange nicht klar, ob wir überhaupt gehen, Weil Sturm und Gewitter angesagt waren. Wir forderten unser Glück aber heraus und unsere Entscheidung zu gehen wurde am Mittag endgültig gefällt. Als Eva dann zurück kam, packten wir das Auto voll, nahmen noch eine Freundin von Carolyn mit und dann konnte das Abenteuer beginnen. Und für mich war es tatsächlich ein Abenteuer in die Fremde. Als wir erst mal aus der Stadt heraus waren sah man die unendliche Weite von Australien. Und nicht umsonst wird es der rote Kontinent genannt, denn überall in den Bäumen kann man einen Rotstich erkennen auch wenn sie sonst Grün sind. Wir fuhren auf breiten Straßen und kamen durch Orte bei denen man glaubte hier sind vor gerade mal 5 Jahren die ersten Siedler angekommen und man selber gehört zu den ersten die dieses Land erkunden. Weit und Breit war niemand zu sehen nur hin und wieder tauchte eine breites flaches Farmgebäude auf mit einer riesigen Pferdekoppel was wirklich seltsam ist, weil Pferde hier irgendwie gar nicht reinzupassen scheinen. Wir fuhren durch einen Ort namens Berry und auf einen Schlag war ich in eine Cowboy-Stadt aus den versetzt worden. Zwar gab es keine Wüste außen herum, aber die Stimmung, einer solchen Kleinstadt und die Läden passten einfach perfekt. Auch die Straße davor und danach, war gesäumt von großen Reklameschildern und dann kam uns auch noch ein riesiger Truck entgegen, der das Bild vervollständigte! Wir näherten uns dem Ziel und kamen natürlich in einen enormen Regenschauer. Man konnte keine 5 Meter weit sehen, geschweige denn wirklich Autofahren. Die Kinder konnten nicht schlafen und wurde immer unruhiger. Einerseits weil sie aufgeregt waren und andererseits, weil Kinder einfach keine 3 Stunden lang ruhig sitzen können und schon längst deprimiert waren von dem nicht mehr aufzuhörenden Regen. Natürlich hatten wir einen Notfallplan, falls es gar nicht mehr aufhört. Es war schon längst dunkel als wir endlich Jervis Bay erreichten, ich sah mein erstes Känguru, das über die Straße hüpfte und hatte das Gefühl in einem ganzen anderen Land angekommen zu sein dabei waren wir nur 3 Stunden von Sydney entfernt. Aber die Natur war hier so beeindruckend, besonders wenn es mal nicht regnete. Man konnte den Kapf zwischen Sonne und Regenwolken genau erkennen. Und es tauchten sogar 2 Regenbögen hintereinander auf, von denen einer sehr kräftig war! Der Regen hatte endlich aufgehört und so konnten wir schnell unser Zelt aufbauen. Die Kinder quengelten schon weil sie müde und hungrig waren und dann kam das nächste Drama. Eva hatte ihren Schlafsack nicht bei den anderen liegen gehabt sonder wollte ihn unbedingt in ihrem eigenen Zimmer haben. In der Eile des Packens hatte auch keiner nachgezählt und so fehlte ein Schlafsack. Und jetzt flossen natürlich die Tränen die nur durch ein Picknick im Zelt trockneten. Und kaum hatten wir angefangen zu essen fing es an in Strömen zu regnen, so dass man sein eigenes Wort nicht mehr hören konnte! 

Mittwoch, 8. Februar 2012

"Home - feel fine"



Auch mein heutiger Tag war sehr entspannt, weil die Kinder nach der Schule ein Playdate bei Freunden hatten. Ich musste mich also nur morgens alles richten und sie mittags nach der Schule zu den Freunden bringen. Um so mehr nutzte ich die Zeit mit Eva an der Schule und tobte mit ihr auf dem Spielplatz. Als einzige älter als 9 zog ich Aufmerksamkeit der anderen Eltern auf mich und hoffte dadurch auch ein wenig, dass ich vielleicht in Zukunft noch ein paar Babysitting-Jobs bekommen kann. Die Kinder immer im Hinterkopf zog ich dann los zum Shopping-center und kaufte in einem Dollar-Laden jede Menge Bastel-Zubehör, da der Geburtstag von Karl schon bald ist. Als ich den Kindern am Abend zeigte was ich gekauft hatte, waren sie total begeistert und fanden die Idee etwas für den Vater zum Geburtstag zu basteln, super und freuten sich schon darauf! 
Am Abend stand eine Cocktail-Abschiedsfeier für Eileen an und ich konnte es gar nicht glauben, dass ich sie vermissen werde, obwohl ich sie erst ein paar mal gesehen habe. Aber ich denke, dass die Freundschaften die man hier schließt ganz anders sind, weil man etwas gemeinsam hat, dass die anderen so nicht erlebt haben. Dennoch ist es immer wieder schwierig sich auf jemanden neu einzulassen und bisher habe ich noch keine volle Vertrauensperson gefunden. Ich habe mich aber so wohlgefühlt, dass ich als ich nachts nach Hause kam, keine Scheu mehr hatte, zu später Stunde mir noch was zu Essen zu holen. Vor ein paar Tagen wäre das noch undenkbar gewesen. Und auch der Geruch des Hauses und meines Bettes, wird immer bekannter und schwächer. So langsam bekomme ich dass Gefühl, dass ich hier jetzt richtig lebe und nicht nur für eine begrenzte Zeit hier wohne! 
"Let's go" 


Heute begann die Schule für Eva richtig! Ich hatte es am Morgen sehr schwer mit ihr, weil ich übers Wochenende irgendwie die Verbindung zu ihr verloren hatte. Ich bekam ein richtig schlechtes Gewissen, dass ich das ganze Wochenende unterwegs gewesen bin. Dafür habe ich den Einstieg ins Englische sehr schnell wieder gefunden. Zum ersten Mal hatte ich wirklich einen geregelten Tagesablauf, bei dem ich wusste wann ich frei habe und wann ich zu Hause sein muss. So gönnte ich es mir 2 Stunden in der Sonne zu sitzen und zu frühstücken. Auch dies hatte ich vorher nie wirklich gemacht, da das Haus für mich noch nicht zu meinem eigenen Heim geworden war, sonder ich immer noch ein Gast bin. Das lag zum Teil auch daran, dass ich meine Arbeit nicht als Arbeit ansehen sondern eher als Aufgabe einer großen Schwester. So turnte ich mit Eva auf dem Klettergerüst in ihrer Schule rum, während wir auf Marcus warteten und auch zu Hause, musste ich nur darauf aufpassen dass die Kinder sich nicht streiten. Das kommt hin und wieder vor, ist aber nicht weiter schlimm, weil es total normal unter Geschwistern ist. Dies sah unser Gast Lua etwas anders. Sie ist eine Freundin von Eva und kam zu uns zum spielen. Da sie keine Geschwister hat, war sie beleidigt, wenn Eva und Marcus diskutierten wie oder was sie jetzt spielen! Da merkte ich, wie anders ein Charakter ausgebildet ist, wenn man immer nur mit Erwachsenen spielt oder redet. Denn Erwachsene haben immer Recht und ihnen fehlt die kindliche Fantasie sich mit einfachen Dinge lange zu beschäftigen. Und so verflog der Nachmittag wieder ganz schnell und ich beschloss noch eine Runde joggen zu gehen. Gut gelaunt lief ich los Richtung Norden zu einem Nationalpark. Ich lief einfach immer gerade aus und merkte dabei gar nicht, wie weit ich schon gelaufen bin. Irgendwann als ich schon im Park drinnen war, beschloss ich wieder umzudrehen. Und erst auf dem Rückweg merkte ich, wie weit ich wirklich gelaufen bin. Es ist hier unglaublich schwer Entfernungen einzuschätzen. Alles liegt nur 2 Straßen weiter, also um die Ecke, aber auf einmal hat man dann doch 2 km hinter sich gelegt. Ich vermute, dass liegt zum einen daran, dass man hier immer noch in der Stadt ist und es deshalb kein Ortsende gibt. Und zum anderen, dass die Grundstücke so groß sind und die Straße sehr lang! Deshalb nehmen die Menschen hier eigentlich immer das Auto. Wenn man Fußgänger auf der Straße sieht, dann nur welche die joggen gehen! Ich muss mich daran noch gewöhnen, weil ich eigentlich lieber zu Fuß gehe, als immer das Auto zu nutzen. So lief ich am Abend zum Max Brenner weil er mir sehr Nahe erschien und war dann erstaunt, dass ich 20 Minuten brauchte nur um 2 Straßen weiter zu sein! Aber es war super, dass ich das gemacht habe, denn auf dem Heimweg nieselte es ein bisschen und ich konnte den angenehmen, warmen Duft riechen, der mich ankommen lies und eine tiefe Ruhe in mir verbreitete. 

Montag, 6. Februar 2012

"Here I am"




Beach-day mit strahlendem Sonnenschein, stand heute auf dem Programm! Ich hatte mich mit einer Gruppe anderer Au pairs in der Stadt verabredet um dann einen Walk am Bondi-Strand zu machen. Wie das so ist mit fremden Menschen, muss man sich natürlich erst mal kennen lernen, beziehungsweise irgendwo treffen. Dies gestaltete sich als eine schwierige Angelegenheit, da sich niemand so recht auszukennen schien. Wir telefonierten uns dann irgendwie zusammen und brachen dann mit einer Stunde verspätung zum Bondi-Beach auf! Aber wie so alles hier in Australien, spielte Zeit keine Rolle! Und so ließen wir uns viel zeit auf dem Weg zum Strand um jedes kleinste Detail anzuschauen und uns gegenseitig kennen zu lernen. Glücklicherweise waren wir alle noch neu in Sydney (außer Sandra) und so ist alles noch etwas besonderes und noch nicht zur Gewohnheit geworden! Endlich am Strand angekommen, kannte ich die zwei Mädels, Lisa und Katharina bereits so gut, dass ich wusste wir werden definitiv öfter was unternehmen. Lisa und Ich waren allerdings auch schon so erschöpft dass Katharina mit einer Gruppe anderer Mädels den Walk machte und wir zusammen am Strand blieben, wo sich noch eine Julia zu uns gesellte. So viele Menschen an einem Tag kennen zu lernen ist sehr verwirrend und auch relativ anstrengen, weil man nie weiß, was für ein Charakter hat die Person und kommt man gut miteinander aus. Aber bisher hatte ich das Glück, dass ich noch keine schlechte Erfahrung gemacht habe, besonders weil hier alle sehr offen aufeinander zugehen, weil sie ja selber neue Menschen kennen lernen wollen! Was in Deutschland undenkbar gewesen wäre, klappte hier ohne Probleme. Denn obwohl wir uns verabredet hatten, war es nicht schlimm, dass Katharina dann mit anderen weiter zog. Wir wünschten ihr viel spaß, wussten dass wir sie wieder sehen würde, weil die Chemie gepasst hat und waren absolut nicht eingeschnappt wie man es eventuell in Deutschland erlebt hätte. Ich genoss es dann einfach nur am Strand zu liegen, die Sonne auf mich scheinen zu lassen und den Wind auf meiner Haut zu spüren!
Voller Angst, dass alles Englisch, was ich letzte Woche gelernt hatte, wieder verschwunden war, freut ich mich darauf zu hause wieder auf die Sprache angewiesen zu sein. Und ich merkte sehr schnell, dass es kein Problem war mich auch hier zu verständigen, von meinem Tag zu erzählen und mich wie in meinem eigenen zu Hause zu fühlen! Und ich merkte auch schnell, dass mein schlechtes Gewissen, das ich den Tag über hatte, völlig unbegründet war. Denn ich hatte mir viel zu viele Gedanken darum gemacht, was die Familie von mir denkt, wenn ich das ganze Wochenende weg bin und komme und gehe wie es mir passt. Aber da ich bereits zur Familie gehöre, war das natürlich absolut kein Problem und sie freuten sich für mich mit, dass ich ein so schönes Wochenende hatte und neue Freunde gefunden habe! Voller Energie und Vorfreude wusste ich, jetzt will ich erst recht hier bleiben, die Zeit hier genießen und ich werde dieses Gefühl von Urlaub und Erholung während meines Aufenthaltes in Australien nicht mehr verlieren! 



"From top to down under"







Wochenende! Die Familie brach schon früh auf um den Tag gemeinsam zu verbringen. Da es ziemlich sicher war, dass es ein schöner Tag werden wird, stand bei mir Shopping in der Stadt auf dem Programm. Ich hatte ja auch schon mein erstes Gehalt bekommen und das musste natürlich ausgegeben werden! Zusätzlich hatte ich mich noch mit einem Mädchen verabredet die ich über eine Freundin in Deutschland kontaktiert hatte! Ich zog also mit Sandra und Eileen los. Obwohl ich schon zum dritten mal in der Stadt war, überwältigte mich Sydney von neuem. Schon wenn man mit dem Zug über die Harbour bridge fährt und das Opernhaus sieht, kann ich es immer noch nicht glauben, dass ich hier bin. Es kommt mir immer noch so vor wie ein Traum aus dem ich bald aufwachen werde. Besonders bei dem tollen sonnigen Wetter, während man hört, dass in Deutschland unbekannte Minusgrad herrschen. In der Stadt kenne ich mich zwar inzwischen schon relativ gut aus, fühle mich aber immer noch wie ein Tourist und fotografiere ganz viel und versuche so viel wie möglich in mich aufzunehmen. Wir trafen dann noch einen bekannten von Eileen und zogen einfach nur bisschen durch die Stadt, bis wir an Daling harbour ankamen, wo gerade ein Ruderwettkampf stattfand. Ich vermute dass dieses unter dem Motto des chinesischen Drachenjahres stand, denn jede Durchsage wurde auch auf chinesisch gemacht! Ich traf mich dann mit Mina, meiner Verabredung, und hatte meinen aller ersten Starbucks-Kaffe hier in Sydney! Mina war total nett und wir verstanden uns total gut. Da sie leider in einem anderen Stadtteil von Sydney lebt, können wir uns nur an den Wochenenden treffen, aber immerhin bleibt sie auch noch eine Weile hier! Wieder ein mal merkte ich dass es unglaublich wichtig ist, sich hier einen Freundeskreis aufzubauen, auch wenn dies überwiegend Deutsche sind und man dadurch sein Englisch nicht verbessern kann. Aber Konversation und soziale Kontakte ist einfach das wichtigste im Leben, sonst ist alles andere nichts wert, wenn man es nicht mit den Menschen teilen kann die man gerne hat! So wie Sandra, Eileen und ich dies am nachmittag taten, als wir noch eine Runde durch die Shops zogen. Ich konnte hierbei auch mein erstes Kleid erobern. Völlig erschöpft, beschlossen wir am Abend nichts mehr zu unternehmen und ich freut mich auch, dass ich am Abend noch ein bisschen Zeit mit der Familie verbringen konnte! Ein neuer Tag im „Paradies“ ging zu Ende aber das Urlaubsgefühl bleibt bestehen!

Samstag, 4. Februar 2012

"Finally i arrived!"





Wow vor einer Woche bin ich hier angekommen, ich kann es immer noch nicht glauben. Einerseits kommt es mir so vor, als wäre ich schon ewig hier, andererseits kann ich es nicht fassen, so viel in so einer kurzen Zeit erlebt zu haben! Ich habe bereits jetzt zwei wunderbare Freundinnen getroffen, die heute auch mit Frühstück vorbei kamen. Eva freute sich natürlich auch, dann hatte sie mehr Leute zum spielen. Obwohl sie eigentlich keinen Entertainer braucht. Ich war wirklich erstaunt, dass sie sich über eine Stunde mit dem Hund beschäftigt, mit ihm gespielt und rumgetobt hat. Dann bauten wir noch eine Höhle in der sie lange spielte und so konnten wir Mädels uns in aller Ruhe unterhalten und ein ausgiebiges Frühstück haben. Wir spielten dann noch mit Eva duck,duck,goose („der Fuchs geht um“) und so verflog der Vormittag wieder ohne Probleme. Mit Marcus war es da schon wieder schwieriger. Damit mir aber nicht die Decke auf den Kopf fällt und die Langeweile zurückkommt bin ich mit dem Hund rausgegangen und eine Runde gejoggt. Es tat so unglaublich gut, sich mal wieder richtig zu bewegen, so dass ich frisch und erholt mit Marcus den Nachmittag mit spielen verbrachte, während Eva bei einer Freundin war! 
Endlich Wochenende, wollte ich eigentlich weg gehen. Es schien mir dann aber ein bisschen zu riskant mit fremden Menschen irgendwo auszugehen, wo ich mich nicht auskannte und nicht mal wusste wie ich da hingelangen kann. Also ging ich zu Sandra, die Babysitten musste und das war die beste Entscheidung die ich treffen konnte. Erst mal vollkommen überwältigt von dem Konsumrausch der hier in Australien herrscht, war ich auch sehr erstaunt, dass die Kinder auch in anderen Familien sehr gut erzogen sind und Manieren haben. Da ich leider fahren musste, konnte ich mir kein Glas Wein gönnen, der dort in Mengen vorhanden ist. Denn Australier sind bekannt dafür dass sie sehr viel trinken und das obwohl der Alkohol hier sehr teuer ist. Zurück vom Abendessen kam das befreundete Paar der Eltern noch mit rein auf einen Drink. Und ich stand zum ersten Mal einem richtigen Australier gegenüber, so wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Sehr ruhig ausgeglichen und kaum zu verstehen wegen dem australischen Akzent. Wir redeten noch eine Weile bis alle ins Bett gingen außer Sandra, Ihr Gastdad und ich. Schon bekannt dafür, dass er keinen Alkohol verschmäht, wurde noch eine Flasche Wein geleert und ohne irgendwelche Sprachprobleme über jedes Thema geredet. Vollkommen übermüdet fand ich ohne Probleme den Weg nach Hause. Und es kam mir nicht einmal seltsam vor auf der linken Seite zu fahren, im Gegenteil ich konnte es mir nicht mal mehr vorstellen wie es ist rechts zu fahren!
"In case it rains"



Es regnete immer noch als ich heute morgen aufgewacht bin. Was macht man also mit einem 5 jährigen, sehr aktivem Kind, wenn man nicht rausgehen kann. Natürlich backen. Da es aber schwierig ist, dass Eva konzentriert bleibt, konnte ich nicht so richtig backen wie zu Hause, sondern musste eine Backmischung nehmen. Damit es aber bisschen besser schmeckt, haben wir in die Apfel-Zimt-Muffins noch richtige Äpfel hinzugefügt. Der Tag war aber immer noch nicht um, also fuhren wir mit Tante Jenny ins Einkaufszentrum tranken einen Smoothie und ich konnte etwas Zeit mit einer Erwachsenen Person verbringen. Ich habe gemerkt dass das sehr wichtig ist. Natürlich ist es schön so süße Kinder um sich zu haben, aber man kann keine richtigen Gespräche mit ihnen führen. So ist es für mich sehr wichtig dass ich so viel Konversation wie möglich führe. Denn die Kinder können sich gut alleine beschäftigen und man muss nicht immer etwas mit ihnen spielen. Ich bin jetzt schon fast eine Woche hier und merke schon sehr gut, wie die Chraktere von den Kindern sin. Eva ist sehr aktiv, sie müsste eigentlich jeden Tag mindestens eine Stunde draußen rumtoben. Sie kann sich nicht lange auf eine Sache konzentrieren und so wird jedes Brettspiel mit ihr zu einer Geduldsprobe für mich. Außerdem kann sie ziemlich laut werden und sie isst den ganzen Tag. Ihr Lieblingsessen ist natürlich Fleisch, aber auch sonst isst sie, außer Früchte, kaum gesunde Sachen. Marcus ist das komplette Gegenteil. Er isst sehr wenig und wenn natürlich auch nur ungesundes Essen. Mit ihm kann man stundenlang Mensch ärgere dich nicht spielen, aber am liebsten sitzt er natürlich vor dem Fernseher. Ich schränke ihn da aber etwas ein und erlaube immer nur eine kurze Zeitspanne! Was ich sehr schätze ist, dass die beiden sehr gut miteinander auskommen. Natürlich streiten sie sich hin und wieder und es wird ein bisschen grob, aber sie sind so gut erzogen dass man die Streitereien mit Kompromissen beenden kann. Auch bei einer Kissenschlacht wie wir sie heute hatten, muss man sich nicht wirklich Sorgen machen, denn Eva ist tough genug sich mit ihrem großen Bruder anzulegen. Obwohl wir viel Spaß zusammen hatten, war ich froh als ich mich am Abend wieder mit älteren unterhalten konnte und ich war sehr überrascht, dass ich noch am Morgen nicht wusste wie ich den Tag rumkriegen kann. Denn es ist schon wieder Abend und ich hatte keine Langeweile! Und vollkommen erschöpft schlief ich, mit Kindergetrampel im Hintergrund, glücklich ein. 

Mittwoch, 1. Februar 2012

"Ever cloud has a silver lining"




Regen bestimmte heute den ganzen Tag und so bedrückte mich bereits morgens ein Gefühl von Einsamkeit, da man gerade bei tristem Wetter depressiv wird. Ich verspürte nicht direkt Heimweh es war eher die neue Situation, die mich ein wenig zu überfordern schien und das in einer mir unbekannten Umgebung. Nach einem kurzen Skype-Telefonat mit meinem Bruder ging es mir aber wieder viel besser. Ich konnte dann auch noch Sandra für einen Ausflug in das nahe gelegene Shoppingcenter gewinnen und so war ich abgelenkt und hatte eine Beschäftigung für Eva gefunden. Für mich war dieser Tag eine ganz neue Erfahrung und ich bin wirklich froh, dass Sandra dabei war, da sie schon mehr über Kinder weiß als ich. Wie man sie am besten ablenkt, wenn sie weinen oder was man mit ihnen machen kann, damit sie sich nicht langweilen. Wir verbrachten etwas Zeit im Pet-shop wo sich Eva in eine kleine Katze verliebte. Und ich wurde vor die Herausforderung gestellt, einem kleinen Kind mit Tränen in den Augen zu erklären, dass man diese Katze jetzt nicht kaufen kann. Stattdessen gab es einen Donut mit Streuseln und eine “Fahrt“ auf einem Safariauto bevor es wieder nach Hause ging. Dort bekamen wir Besuch von Eileen. Ihr Au Pair Kind Kurt hatte Eva schon lange nicht mehr gesehen und so freuten sich beide und spielten den Nachmittag zusammen, bis wir Marcus von der Schule abholten. Den Rest des Tages verbrachten wir mit spielen, rumtoben und Abendessen. Inzwischen hatte Eva die Katze schon längst wieder vergessen und auch, dass sie mit einer Freundin für morgen ein Playdate ausmachen wollte. Es ist schön, die Welt teilweise auch wieder mit den Augen eines Kindes zu sehen, dass wirklich nur in der Gegenwart lebt, ohne sich Gedanken um irgendetwas zu machen, was nicht mit Spaß  zusammenhängt! Auch ich fühlte mich wieder richtig wohl, was bei einer so tollen Familie nicht schwer ist, weil man einfach dazu gehört und auf einmal sind 5 Monate gar nicht mehr so lange!

"Peace, was a piece of chocolate."







First day at school, für Eva und für mich war es der erste „Arbeitstag“. Carolyn hatte sich aber morgens und mittags frei genommen um mich in alles einzuweisen. Wirklich arbeiten musste ich also nicht, ich habe ihr nur geholfen die Lunch-Packete zu packen und bin mit zur Schule gelaufen. Vorher gab es natürlich noch ein Fotoshooting in Schuluniform! Public school ist für mich etwas vollkommen unbekanntes. Die Kinder haben alle Schuluniformen an und auch sonst ist alles durchstrukturiert. Es gibt 3 verschiedene Pausen, für die man verschiedenes Essen zusammenpackt. Die Hausaufgaben werden nicht jeden Tag gemacht, sondern müssen am Ende der Woche abgegeben und folgen einem bestimmten Plan, den die Eltern im Internet bekommen! Die Schule geht jeden Tag bis 15 Uhr und die Kinder werden an einem bestimmten Platz abgesetzt und geholt. Der erste Schultag war aber nicht das einzige aufregende an diesem Morgen. Gerade als wir losgelaufen sind musste Marcus umdrehen, weil Eva ihren Hut vergessen hatte und dabei ist Scooby durchs Tor ausgebrochen. Endlich in Freiheit rannte er völlig außer sich einem Eiswagen hinterher und ich natürlich hinterher! Wir konnten in dann nach ein paar Minuten zum Glück wieder einfangen und dieser kleine Zwischenfall war auch nicht weiter schlimm, da sich in der Schule sowieso alles ein wenig verzögert hatte. Während wir warteten, dass die Kinder von ihren Lehrern abgeholt werden, konnte ich die Eltern von den Kindern kennen lernen, was wichtig war um so genannte Playdates auszumachen. Außerdem bekam ich einen guten Eindruck in das allgemeine Familienleben in Australien und merkte schnell, dass die meisten Kinder sehr verwöhnt werden. So ist es absolut undenkbar, das ein Kind die Sachen von einem älteren Geschwisterkind bekommt. Alles muss natürlich neu sein.
Nachdem die Kinder endlich in ihren Klassen waren, wollte ich meine Fahrpraxis vertiefen und bei der Gelegenheit ein anderes Au Pair 5 km. entfernt kennen lernen. Mit meinem iPod in der einen Hand bewaffnet fuhr ich ohne Probleme los. Auch der 3 spurige Highway bereitete mir keine Probleme. Die tauchten erst aus, als ich typischerweise die Route ausversehen gelöscht hatte. Nicht mehr weit entfernt erreichte ich glücklicherweise mein Ziel und kam dann Gott seit Dank auch fast ohne Navi wieder zu Hause an. Das Mädchen, dort war sehr nett, allerdings kamen wir leider nicht richtig ins Gespräch und auch sonst bekam ich bei ihr ein trostloses und bedrückendes Gefühl, dass ich erst wieder los wurde als ich zu Hause ankam! Ich konnte mich ein weiteres mal sehr glücklich schätzen was für eine tolle Familie ich bekommen hatte. Da ich aber auch am Nachmittag nichts zu tun hatte, weil Carolyn früher von der Arbeit heimkam, machte ich mir zu viele Gedanken um meine Zeit hier. Für mich bekam der Begriff Zeit auf einmal eine ganz andere Bedeutung. Kurze Anmerkung dazu. Marcus wollte gestern Abend etwas von Eva und erlaubte ihr dafür, dass sie Shelly (ein auf einer Muschel aufgemaltes Haustier, für das wir ein Haus gebastelt hatten) 3 Wochen lang haben kann und Eva fragte nur ob das lange ist! Wenn man klein ist spielt Zeit keine Rolle und schon gar nicht was in der Zukunft liegt. So erging es mir die letzten Tage hier auch, es passierte so unglaublich viel in kürzester Zeit dass mir die nächsten 5 Monate so lange erschienen. Ich war dann sehr froh dass Sandra und Eileen mich von meinen Gedanken erlösten und mit zu Max Brenner nahmen. Dort bekommt man jede Form von Schokolade. Gut gesättigt passte bei mir leider nur noch ein Paar Erdbeeren mit Schokoladendip rein, das reichte aber schon aus um meine Laune um 200% zu steigern! Außerdem war schon wieder ein Tag schneller vorbei als ich dachte.