Mittwoch, 8. Februar 2012

"Let's go" 


Heute begann die Schule für Eva richtig! Ich hatte es am Morgen sehr schwer mit ihr, weil ich übers Wochenende irgendwie die Verbindung zu ihr verloren hatte. Ich bekam ein richtig schlechtes Gewissen, dass ich das ganze Wochenende unterwegs gewesen bin. Dafür habe ich den Einstieg ins Englische sehr schnell wieder gefunden. Zum ersten Mal hatte ich wirklich einen geregelten Tagesablauf, bei dem ich wusste wann ich frei habe und wann ich zu Hause sein muss. So gönnte ich es mir 2 Stunden in der Sonne zu sitzen und zu frühstücken. Auch dies hatte ich vorher nie wirklich gemacht, da das Haus für mich noch nicht zu meinem eigenen Heim geworden war, sonder ich immer noch ein Gast bin. Das lag zum Teil auch daran, dass ich meine Arbeit nicht als Arbeit ansehen sondern eher als Aufgabe einer großen Schwester. So turnte ich mit Eva auf dem Klettergerüst in ihrer Schule rum, während wir auf Marcus warteten und auch zu Hause, musste ich nur darauf aufpassen dass die Kinder sich nicht streiten. Das kommt hin und wieder vor, ist aber nicht weiter schlimm, weil es total normal unter Geschwistern ist. Dies sah unser Gast Lua etwas anders. Sie ist eine Freundin von Eva und kam zu uns zum spielen. Da sie keine Geschwister hat, war sie beleidigt, wenn Eva und Marcus diskutierten wie oder was sie jetzt spielen! Da merkte ich, wie anders ein Charakter ausgebildet ist, wenn man immer nur mit Erwachsenen spielt oder redet. Denn Erwachsene haben immer Recht und ihnen fehlt die kindliche Fantasie sich mit einfachen Dinge lange zu beschäftigen. Und so verflog der Nachmittag wieder ganz schnell und ich beschloss noch eine Runde joggen zu gehen. Gut gelaunt lief ich los Richtung Norden zu einem Nationalpark. Ich lief einfach immer gerade aus und merkte dabei gar nicht, wie weit ich schon gelaufen bin. Irgendwann als ich schon im Park drinnen war, beschloss ich wieder umzudrehen. Und erst auf dem Rückweg merkte ich, wie weit ich wirklich gelaufen bin. Es ist hier unglaublich schwer Entfernungen einzuschätzen. Alles liegt nur 2 Straßen weiter, also um die Ecke, aber auf einmal hat man dann doch 2 km hinter sich gelegt. Ich vermute, dass liegt zum einen daran, dass man hier immer noch in der Stadt ist und es deshalb kein Ortsende gibt. Und zum anderen, dass die Grundstücke so groß sind und die Straße sehr lang! Deshalb nehmen die Menschen hier eigentlich immer das Auto. Wenn man Fußgänger auf der Straße sieht, dann nur welche die joggen gehen! Ich muss mich daran noch gewöhnen, weil ich eigentlich lieber zu Fuß gehe, als immer das Auto zu nutzen. So lief ich am Abend zum Max Brenner weil er mir sehr Nahe erschien und war dann erstaunt, dass ich 20 Minuten brauchte nur um 2 Straßen weiter zu sein! Aber es war super, dass ich das gemacht habe, denn auf dem Heimweg nieselte es ein bisschen und ich konnte den angenehmen, warmen Duft riechen, der mich ankommen lies und eine tiefe Ruhe in mir verbreitete. 

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