"Play is the work of childhood"
Während dem Wochenende in Melbourne musste ich immer wieder daran denken, dass die Schulferien Anfangen wenn ich zurück bin. Davor graute es mir ein wenig, denn ich musste die Kinder dann den ganzen Tag beschäftigen. Am Ersten Tag war ich noch motiviert und schlug eine Fahrradtour zum Wildflower Garden in der Nähe vor. Dummerweise hatte ich den sehr steilen Berg in der Mitte vergessen, den wir erst runter und dann wieder hochfahren mussten. Was für mich relativ leicht zu schaffen war, stellte sich für eine 5-jährige als große Herausforderung dar. Aber dieses Hindernis bewältigten wir und machten dann eine Pause als wir endlich am Wildflower Garden ankamen. Eva war total begeistert und wollte noch weiter reinfahren. Marcus dagegen wollte nur noch nach Hause, also fuhren wir wieder zurück ohne auch nur eine Blume zu sehen. Neuer Tag neuer Versuch dachte ich mir und strebte das Projekt Pizza backen an. Immerhin mag jedes Kind gerne Pizza und wenn man dann auch noch selber aussuchen kann was da drauf soll, ist es ja noch besser. Also gingen wir erst mal einkaufen, aber mehr als Tomatensoße, Salami und Käse landete dann doch nicht in unserem Korb. Dafür liebten es die Kinder die Zutaten für den Teig ab zu meßen und zu mischen. Als die Pizza dann letztendlich fertig war schmeckte sie dem Marcus natürlich nicht, weil sie ja selbst gemacht war. Immerhin hatten sie Spaß und ich überstand den Tag ohne zu verzweifeln. Tag drei begann ich mit der tollen Idee eines Kochkurses im Shoppingcenter. Nachdem Marcus natürlich erst mal wieder keine Lust hatte, machte er dann doch begeistert mit. Vermutlich weil er hinterher alles essen durfte, das er gemacht hatte und das bestand zum Großteil aus Cookies! Und am Nachmittag beschäftigten wir uns 2 Stunden lang mit Origami. Ich konnte es nicht glauben, dass die so viel Spaß daran haben und am Ende hatten wir einen kleinen Zoo aus verschiedenen Tieren und Blumen zusammengestellt. Hin und wieder war Eva den Tränen nahe, weil es nicht so klappte wie sie es wollte aber mit ein wenig Geduld und Hilfe von mir schafften wir es dann! Dann war die Woche auch schon fast wieder rum und endlich kam die Sonne auch richtig raus. Für den Freitag hatte ich geplant ins Powerhouse Museum zu gehen. Das ist interessant für Kinder weil sie da selber viel erkundigen können. Vorher gingen wir aber raus und spielten 1 Stunde lang das Hüpfspiel Himmel und Hölle. Das erweckte Kindheitserinnerungen in mir und ich hatte absolut keine Probleme es wieder und wieder zu spielen. Der Ausflug in die Stadt, war für mich auch eine ganz neue Erfahrung, aber es stellte sich heraus das es leichter ist als ich dachte. Die Kinder wussten wie sie sich in der Stadt verhalten müssen und ich musste nicht bei jedem Schritt aufpassen das ich sie verliere. Am Ende der ersten Woche konnte ich es gar nicht fassen, dass ich es geschafft habe, vollzeit Entertainer zu spielen. Ich habe die Kinder dadurch noch besser kennen gelernt und gemerkt, das Marcus erst mal jede Idee verweigert. Ich muss es dann einfach trotzdem machen und er macht dann doch mit und findet sogar gefallen daran. Ich denke dass er mit sich selber zu kämpfen hat. Einerseits denkt er, dass er schon zu alt ist um bei Kinderaktivitäten mitzumachen aber eigentlich macht es ihm Spaß. Also ist er hin und her gerissen ob es jetzt zu uncool ist oder nicht. Eva ist da etwas weniger kompliziert, die kann sich gut auch selber stundenlang mit malen und basteln beschäftigen, während Marcus zu jedem Vorschlag den ich mache, sagt, dass es langweilig sei. Wenn wir dann aber was spielen kann er sich ebenso stundenlang beschäftigen.
Am wochenende hatte ich mir dann Erholung verdient und ich machte einen langen Spaziergang, den so genannten Bondi-Coogee Walk. Der geht vom Bondi Beach bis zum Coogee Beach an verschiedenen anderen Stränden und Buchten vorbei und bietet eine wahnsinnig schöne Aussicht aufs Meer, die Strände, Felsen und Buchten. Dabei sind manche Stellen absolut überfüllt von Touristen und dann kommt man wieder an eine wunderschöne kleine Felsenbucht mit Anglern, alten Fischerbooten und Familien, Jugendlichen und Pärchen die ihn Ruhe das Wochenende genießen ohne Trubel. Am Sonntag schaffte ich es dann endlich in den Taroonga Zoo zu gehen. Der neben seiner Vielfalt an Tieren, auch eine wunderschöne Sicht auf die Stadt bietet. So konnte man sich in Ruhe die tierischen Bewohner aus Australien, Afrika anschauen während man immer wieder eine tolle Aussicht auf die gegensätzliche Städtische Seite von Sydney hatte.
Die zweite Ferienwoche war glücklicherweise nicht ganz so anstrengend. Die Kids hatten morgens schwimmunterricht und Nachmittags Playdates. Zwischendurch schauten wir uns noch die Bibliothek der Macquarie Universität an, die mit ihrem Elektronischen System einer der größten Bibliotheken in Sydney ist. Und sahen jede Menge Filme, da der Herbst hier mit viel Regen eingezogen ist. Nachdem wir also 3 Tage lang mehr oder weniger im Haus eingesperrt waren, erlaubte ich den Kindern mit ihren Freunden auch drinnen rum zu rennen, Verstecken zu spielen und auf der Veranda Ball zu spielen als sonst niemand zu Hause war. Denn anderenfalls hätten sie ihre aufgestaute Energie in Streiten und Schlägereien ausgetragen. Allgemein habe ich das Gefühl, dass es die wenigsten Eltern ertragen wenn es mal etwas lauter wir. Aber das ist total normal bei Kindern, die schreien hin und wieder, rennen und machen eben Lärm. Man muss dass dann einfach ausblenden und nur schauen, dass dabei niemand verletzt wird. Am Freitag kam dann endlich, passend zu Marcus Geburtstag die Sonne wieder raus. Geplant hatten wir ins Kino zu gehen. Allerdings wollte er dann doch lieber zu Hause bleiben um mit seinem neuen Lego zu spielen. Trotz Sonne saß ich also mit ihm 3 Stunden lang am Tisch und baute verschiedene Star Wars Legosets zusammen. Zu meinem Erstaunen war Eva total lieb und meckerte nicht rum, dass wir nur Lego spielen. Sie ging dann in ihr Zimmer und beschäftigte sich selber. Ich hätte erwartet dass sie es nicht ertragen wird, dass an dem Tag die ganze Aufmerksamkeit auf Marcus fallen wird, aber wieder ein mal überraschte sie mich. Auch wenn sie manchmal ihre trotzigen Phasen hat und sich aufführt wie eine Prinzessin, ist sie ein unglaublich süßes und liebes Mädchen dass merkt, wann sie sich zurückhalten muss! Am Wochende flüchtete ich dann dennoch aus dem Hause um ein bisschen mehr von Sydney und seiner Umgebung zu sehen. Unglaublich erschöpft schaffte ich am Samstag leider nicht mehr, als zu einem Markt in der Stadt zu gehen, der besser angepriesen wird als er eigentlich ist. Es gibt zwar jede Menge schöne Handgefertigte und einzigartige Dinge zu kaufen, allerdings ist er mir leider zu sehr auf Profit ausgelegt und die meisten Sachen sind dann doch überteuert gewesen. Dafür hatte ich am Sonntag einen wunderschönen Ausflug mit 3 anderen Mädchen in die Blue Mountains. Das Wetter spielte zwar nicht so ganz mit, aber immerhin hatten wir keinen Regen. Und die Aussicht war dennoch unglaublich, mit dem schönen kräftigem Blau des Waldes und dem Nebel zwischen den Felsen. Wir liefen dann noch eine Treppe mit angeblich 900 Stufen hinunter. Allerdings nur bis zur Hälfte, da wir ja auch wieder hoch mussten. Das war anstrengender als erwartet und hätte ich mich ein wenig vorgelehnt, hätte ich mir den Kopf, vier Stufen weiter oben, angestoßen so steil waren manche Abschnitte. Danach ging es verbunden mit einem Spaziergang zu einem kleinen Wasserfall. Endlich spürte ich wie meine Energie wiederkam und ich kam mir wie ein kleines Kind vor, dass den Weg entlang rennt und über Steine hüpft!
Am Ende konnte ich es gar nicht fassen, dass ich die Ferien überstanden hatte. Aber dadurch habe ich die Kinder besser kennen gelernt und ich habe auch das Gefühl mehr ein Teil der familie geworden zu sein!
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