Donnerstag, 12. April 2012

"Back on the road again."





Unglaublich dass wir Melbourne schon wieder verlassen mussten, aber wir wollten ja noch ein wenig mehr von dem Land, vor allem von der Ostküste sehen. Also fuhren wir am Sonntag Morgen nach dem Frühstück los, zurück ins Auto! Angeblich sollte die Strecke nur 7 Stunden dauern, wir hatten also genug Zeit eine lange Pause am Strand einzulegen. Doch zu erst ging es quer durchs Land. Anders als bei der Hinfahrt, war die Umgebung dieses mal nicht flach sondern es ging ein Berg nach dem anderen rauf und wieder runter. Die meiste Zeit fuhren wir durch den Wald und sahen nichts als die gewundene, Straße und Bäumen vor uns. Die anfängliche Motivation und Vorfreude verflog dann irgendwann nach 4 Stunden, als der Strand immer noch nicht in Sicht war und die Sonne inzwischen hinter Wolken verschwunden war. Und dann auf einmal, nach dem es wieder einen Berg hinaufging, hatten wir eine unglaublich schöne Aussicht auf das Meer, oder eher eine Bucht genannt Lake Entrance. Wir landeten in einem kleinen Örtchen wo die Familien ihren Ostersonntag mit Angeln oder einer kleinen Bootstour verbrachten. Außer ein paar Ferienhäusern einem Shop und einem Cafè gab es hier nicht viel mehr zu sehen. Aber die idyllische Stimmung die hier herrschte war unbeschreiblich. Sie war nicht spießig oder aufgezwungen sondern harmonisch und entspannt. Vermutlich verbringen hier die Menschen aus der Stadt ihre Wochenenden um auszuspannen und von all dem Trubel weg zu kommen. Ich mein welcher Tourist fährt in ein so kleines Dörfchen, zum Angeln oder Boot fahren? Überhaupt schien hier die Zeit stehen zu bleiben als würden die Ferien nie enden. Doch leider mussten wir weiter, immerhin hatten wir erst die Hälfte der Strecke zurück gelegt und der Tag näherte sich schon dem Ende zu. Und schon 2 Minuten später war die Landschaft wieder das komplette Gegenteil mit ihrem dichten Wald, der engen kurvigen Straße die nie zu enden schien. Und dann fing es auch noch an zu regnen. Doch letztendlich kamen wir unserem Ziel näher und machten noch einen letzten Stop in Eden. Wir dachten ein Ort der sich so paradiesisch anhört, muss einfach wunderschön sein. Und das war er dann auch. Wir landeten an einem Strand der nicht weiß war, wo das Meer nicht klar und türkis war, aber dennoch war er einfach beeindruckend. Die endlose Weite und Freiheit des Meeres konnte man hier spüren wie sie einen dazu antrieb einfach loszurennen. Hinter mir eine Sanddüne mit grünen Büschen zwischen denen die Sonne unterging, vor mir das Meer und zu den Seiten nichts als Sand, hätte ich hier am liebsten ein Zelt aufgeschlagen und übernachtet. Aber die Sonne stand schon ziemlich tief und so beeilten wir uns endlich zu unserem Hostel nach Bega zu kommen. Dieses versteckte sich in einer kleinen Straße hinter Bäumen so das wir es erst nach mehrmaligem vorbeifahren entdeckten. Und so versteckt wie es war bot es auch nicht sehr viel Platz für Gäste. Es gab nur 3 Zimmer mit ja 6 Betten. Überhaupt ähnelte es eher einer kleinen Pension und es war passender weise auch eine Gruppe von älteren Menschen anwesend die sich für ihr Osterwochenende zum Drachen steigen lassen, getroffen haben. Der Aufenthaltsraum war einladend wie bei Oma gestaltet mit jeder Menge Dingen an der wand verteilt, die sich im Laufe der vermutlich letzten 50 Jahren angesammelt hatten. Ganz der Atmosphäre entsprechend war die Gruppe um unser wohl besorgt und meinten wir sollen uns bei ihrem Dinner bedienen, damit wir was anständiges zu Essen bekommen. Das Gemüse war auch alles organisch vom Nachbarn, wie mir eine Frau mehrmals versicherte. Da man außer Essen hier sonst nicht sehr viel machen konnte, endeten wir in einem lange Gespräch in unserem Zimmer bis mitten in die Nacht! Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war das erste was ich wahrnahm der Geruch von Kühen gemischt mit der salzigen Luft des Meeres. Das war ja auch nicht verwunderlich, da Bega bekannt war für seinen Käse. Wir machten also noch einen Stop an der Käse Fabrik wo wir uns durch alle Sorten probierten, bevor wir endlich an den Strand gehen konnten. Die Sonne hatte seine Kraft auch wieder bekommen und lud uns zu einem lange Strandspazierang ein. Doch alles schöne endet ein mal, so neigte sich auch unser Wochenende dem Ende zu und wir mussten schweren Herzens zurück nach Sydney aufbrechen. Dieses letzte Stück war das wohl schönste auf unserem ganzen Roadtrip. Die Straße war immer noch kurvig und eng, aber diesmal befanden wir uns im Regenwald der immer wieder auflichtete und uns eine unglaubliche Aussicht auf verschiedene Lichtungen bot. Auf einmal schauten wir von einem Berg runter aufs Meer oder eine Wiese mit Kühen. Dieser Anblick war immer noch ungewohnt, denn man erwartet in einem Land wie Australien keine Kühe! Wir machten noch einen letzten kleinen Zwischenstop, denn wir wollten uns den Spaß ein Foto vor einem berühmten australischen Schild zu machen, nicht entgehen lassen. Auch wenn das hieß dass wir am Seitenstraßen anhielten und seltsame Blicke der anderen Autofahrer über uns ergehen lassen mussten. Als wir uns dann Sydney näherten kamen wir natürlich noch in eine Polizei Kontrolle, die an Feiertagen besonders häufig anzutreffen sind. Die Polizisten sind aber sehr freundlich hier und immer zu einem Small Talk aufgelegt. Der nette Herr forderte mich dann auf in deutsch bis zehn zu zählen, nachdem er meinen Führerschein gesehen hatte. In sein Alkoholkontrollgerät fing ich dann an auf englisch bis 10 zu zählen. Dies führte natürlich zu allgemeinem Gelächter und ich merkte es erst als ich schon bei 8 war. Das bewies zum einen, dass mein Gehirn englisch nicht mehr als Fremdsprache ansieht und zum anderen dass es Zeit war endlich anzukommen um auszuruhen. Zu Hause wurde ich freudig von den Kindern empfangen die mir sofort ihre große Ausbeute der Ostereiersuche zeigten. Ich hatte in nur 4 Tagen über 2000km zurück gelegt und unglaublich viel gesehen und erlebt. Eine Woche vorher hatte ich nicht einmal daran geglaubt dass das wirklich klappen wird. Dennoch verlies ich mich auf fremde Menschen und habe dadurch eine unglaublich tolle Erfahrung gemacht und bin auch mit meinem englisch ein ganzen Schritt vorwärts gekommen!

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