Montag, 23. April 2012

"Play is the work of childhood"



Während dem Wochenende in Melbourne musste ich immer wieder daran denken, dass die Schulferien Anfangen wenn ich zurück bin. Davor graute es mir ein wenig, denn ich musste die Kinder dann den ganzen Tag beschäftigen. Am Ersten Tag war ich noch motiviert und schlug eine Fahrradtour zum Wildflower Garden in der Nähe vor. Dummerweise hatte ich den sehr steilen Berg in der Mitte vergessen, den wir erst runter und dann wieder hochfahren mussten. Was für mich relativ leicht zu schaffen war, stellte sich für eine 5-jährige als große Herausforderung dar. Aber dieses Hindernis bewältigten wir und machten dann eine Pause als wir endlich am Wildflower Garden ankamen. Eva war total begeistert und wollte noch weiter reinfahren. Marcus dagegen wollte nur noch nach Hause, also fuhren wir wieder zurück ohne auch nur eine Blume zu sehen. Neuer Tag neuer Versuch dachte ich mir und strebte das Projekt Pizza backen an. Immerhin mag jedes Kind gerne Pizza und wenn man dann auch noch selber aussuchen kann was da drauf soll, ist es ja noch besser. Also gingen wir erst mal einkaufen, aber mehr als Tomatensoße, Salami und Käse landete dann doch nicht in unserem Korb. Dafür liebten es die Kinder die Zutaten für den Teig ab zu meßen und zu mischen. Als die Pizza dann letztendlich fertig war schmeckte sie dem Marcus natürlich nicht, weil sie ja selbst gemacht war. Immerhin hatten sie Spaß und ich überstand den Tag ohne zu verzweifeln. Tag drei begann ich mit der tollen Idee eines Kochkurses im Shoppingcenter. Nachdem Marcus natürlich erst mal wieder keine Lust hatte, machte er dann doch begeistert mit. Vermutlich weil er hinterher alles essen durfte, das er gemacht hatte und das bestand zum Großteil aus Cookies! Und am Nachmittag beschäftigten wir uns 2 Stunden lang mit Origami. Ich konnte es nicht glauben, dass die so viel Spaß daran haben und am Ende hatten wir einen kleinen Zoo aus verschiedenen Tieren und Blumen zusammengestellt. Hin und wieder war Eva den Tränen nahe, weil es nicht so klappte wie sie es wollte aber mit ein wenig Geduld und Hilfe von mir schafften wir es dann! Dann war die Woche auch schon fast wieder rum und endlich kam die Sonne auch richtig raus. Für den Freitag hatte ich geplant ins Powerhouse Museum zu gehen. Das ist interessant für Kinder weil sie da selber viel erkundigen können. Vorher gingen wir aber raus und spielten 1 Stunde lang das Hüpfspiel Himmel und Hölle. Das erweckte Kindheitserinnerungen in mir und ich hatte absolut keine Probleme es wieder und wieder zu spielen. Der Ausflug in die Stadt, war für mich auch eine ganz neue Erfahrung, aber es stellte sich heraus das es leichter ist als ich dachte. Die Kinder wussten wie sie sich in der Stadt verhalten müssen und ich musste nicht bei jedem Schritt aufpassen das ich sie verliere. Am Ende der ersten Woche konnte ich es gar nicht fassen, dass ich es geschafft habe, vollzeit Entertainer zu spielen. Ich habe die Kinder dadurch noch besser kennen gelernt und gemerkt, das Marcus erst mal jede Idee verweigert. Ich muss es dann einfach trotzdem machen und er macht dann doch mit und findet sogar gefallen daran. Ich denke dass er mit sich selber zu kämpfen hat. Einerseits denkt er, dass er schon zu alt ist um bei Kinderaktivitäten mitzumachen aber eigentlich macht es ihm Spaß. Also ist er hin und her gerissen ob es jetzt zu uncool ist oder nicht. Eva ist da etwas weniger kompliziert, die kann sich gut auch selber stundenlang mit malen und basteln beschäftigen, während Marcus zu jedem Vorschlag den ich mache, sagt, dass es langweilig sei. Wenn wir dann aber was spielen kann er sich ebenso stundenlang beschäftigen. 
Am wochenende hatte ich mir dann Erholung verdient und ich machte einen langen Spaziergang, den so genannten Bondi-Coogee Walk. Der geht vom Bondi Beach bis zum Coogee Beach an verschiedenen anderen Stränden und Buchten vorbei und bietet eine wahnsinnig schöne Aussicht aufs Meer, die Strände, Felsen und Buchten. Dabei sind manche Stellen absolut überfüllt von Touristen und dann kommt man wieder an eine wunderschöne kleine Felsenbucht mit Anglern, alten Fischerbooten und Familien, Jugendlichen und Pärchen die ihn Ruhe das Wochenende genießen ohne Trubel. Am Sonntag schaffte ich es dann endlich in den Taroonga Zoo zu gehen. Der neben seiner Vielfalt an Tieren, auch eine wunderschöne Sicht auf die Stadt bietet. So konnte man sich in Ruhe die tierischen Bewohner aus Australien, Afrika anschauen während man immer wieder eine tolle Aussicht auf die gegensätzliche Städtische Seite von Sydney hatte. 
Die zweite Ferienwoche war glücklicherweise nicht ganz so anstrengend. Die Kids hatten morgens schwimmunterricht und Nachmittags Playdates. Zwischendurch schauten wir uns noch die Bibliothek der Macquarie Universität an, die mit ihrem Elektronischen System einer der größten Bibliotheken in Sydney ist. Und sahen jede Menge Filme, da der Herbst hier mit viel Regen eingezogen ist. Nachdem wir also 3 Tage lang mehr oder weniger im Haus eingesperrt waren, erlaubte ich den Kindern mit ihren Freunden auch drinnen rum zu rennen, Verstecken zu spielen und auf der Veranda Ball zu spielen als sonst niemand zu Hause war. Denn anderenfalls hätten sie ihre aufgestaute Energie in Streiten und Schlägereien ausgetragen. Allgemein habe ich das Gefühl, dass es die wenigsten Eltern ertragen wenn es mal etwas lauter wir. Aber das ist total normal bei Kindern, die schreien hin und wieder, rennen und machen eben Lärm. Man muss dass dann einfach ausblenden und nur schauen, dass dabei niemand verletzt wird. Am Freitag kam dann endlich, passend zu Marcus Geburtstag die Sonne wieder raus. Geplant hatten wir ins Kino zu gehen. Allerdings wollte er dann doch lieber zu Hause bleiben um mit seinem neuen Lego zu spielen. Trotz Sonne saß ich also mit ihm 3 Stunden lang am Tisch und baute verschiedene Star Wars Legosets zusammen. Zu meinem Erstaunen war Eva total lieb und meckerte nicht rum, dass wir nur Lego spielen. Sie ging dann in ihr Zimmer und beschäftigte sich selber. Ich hätte erwartet dass sie es nicht ertragen wird, dass an dem Tag die ganze Aufmerksamkeit auf Marcus fallen wird, aber wieder ein mal überraschte sie mich. Auch wenn sie manchmal ihre trotzigen Phasen hat und sich aufführt wie eine Prinzessin, ist sie ein unglaublich süßes und liebes Mädchen dass merkt, wann sie sich zurückhalten muss! Am Wochende flüchtete ich dann dennoch aus dem Hause um ein bisschen mehr von Sydney und seiner Umgebung zu sehen. Unglaublich erschöpft schaffte ich am Samstag leider nicht mehr, als zu einem Markt in der Stadt zu gehen, der besser angepriesen wird als er eigentlich ist. Es gibt zwar jede Menge schöne Handgefertigte und einzigartige Dinge zu kaufen, allerdings ist er mir leider zu sehr auf Profit ausgelegt und die meisten Sachen sind dann doch überteuert gewesen. Dafür hatte ich am Sonntag einen wunderschönen Ausflug mit 3 anderen Mädchen in die Blue Mountains. Das Wetter spielte zwar nicht so ganz mit, aber immerhin hatten wir keinen Regen. Und die Aussicht war dennoch unglaublich, mit dem schönen kräftigem Blau des Waldes und dem Nebel zwischen den Felsen. Wir liefen dann noch eine Treppe mit angeblich 900 Stufen hinunter. Allerdings nur bis zur Hälfte, da wir ja auch wieder hoch mussten. Das war anstrengender als erwartet und hätte ich mich ein wenig vorgelehnt, hätte ich mir den Kopf, vier Stufen weiter oben, angestoßen so steil waren manche Abschnitte. Danach ging es verbunden mit einem Spaziergang zu einem kleinen Wasserfall. Endlich spürte ich wie meine Energie wiederkam und ich kam mir wie ein kleines Kind vor, dass den Weg entlang rennt und über Steine hüpft!
Am Ende konnte ich es gar nicht fassen, dass ich die Ferien überstanden hatte. Aber dadurch habe ich die Kinder besser kennen gelernt und ich habe auch das Gefühl mehr ein Teil der familie geworden zu sein!

Donnerstag, 12. April 2012

"Back on the road again."





Unglaublich dass wir Melbourne schon wieder verlassen mussten, aber wir wollten ja noch ein wenig mehr von dem Land, vor allem von der Ostküste sehen. Also fuhren wir am Sonntag Morgen nach dem Frühstück los, zurück ins Auto! Angeblich sollte die Strecke nur 7 Stunden dauern, wir hatten also genug Zeit eine lange Pause am Strand einzulegen. Doch zu erst ging es quer durchs Land. Anders als bei der Hinfahrt, war die Umgebung dieses mal nicht flach sondern es ging ein Berg nach dem anderen rauf und wieder runter. Die meiste Zeit fuhren wir durch den Wald und sahen nichts als die gewundene, Straße und Bäumen vor uns. Die anfängliche Motivation und Vorfreude verflog dann irgendwann nach 4 Stunden, als der Strand immer noch nicht in Sicht war und die Sonne inzwischen hinter Wolken verschwunden war. Und dann auf einmal, nach dem es wieder einen Berg hinaufging, hatten wir eine unglaublich schöne Aussicht auf das Meer, oder eher eine Bucht genannt Lake Entrance. Wir landeten in einem kleinen Örtchen wo die Familien ihren Ostersonntag mit Angeln oder einer kleinen Bootstour verbrachten. Außer ein paar Ferienhäusern einem Shop und einem Cafè gab es hier nicht viel mehr zu sehen. Aber die idyllische Stimmung die hier herrschte war unbeschreiblich. Sie war nicht spießig oder aufgezwungen sondern harmonisch und entspannt. Vermutlich verbringen hier die Menschen aus der Stadt ihre Wochenenden um auszuspannen und von all dem Trubel weg zu kommen. Ich mein welcher Tourist fährt in ein so kleines Dörfchen, zum Angeln oder Boot fahren? Überhaupt schien hier die Zeit stehen zu bleiben als würden die Ferien nie enden. Doch leider mussten wir weiter, immerhin hatten wir erst die Hälfte der Strecke zurück gelegt und der Tag näherte sich schon dem Ende zu. Und schon 2 Minuten später war die Landschaft wieder das komplette Gegenteil mit ihrem dichten Wald, der engen kurvigen Straße die nie zu enden schien. Und dann fing es auch noch an zu regnen. Doch letztendlich kamen wir unserem Ziel näher und machten noch einen letzten Stop in Eden. Wir dachten ein Ort der sich so paradiesisch anhört, muss einfach wunderschön sein. Und das war er dann auch. Wir landeten an einem Strand der nicht weiß war, wo das Meer nicht klar und türkis war, aber dennoch war er einfach beeindruckend. Die endlose Weite und Freiheit des Meeres konnte man hier spüren wie sie einen dazu antrieb einfach loszurennen. Hinter mir eine Sanddüne mit grünen Büschen zwischen denen die Sonne unterging, vor mir das Meer und zu den Seiten nichts als Sand, hätte ich hier am liebsten ein Zelt aufgeschlagen und übernachtet. Aber die Sonne stand schon ziemlich tief und so beeilten wir uns endlich zu unserem Hostel nach Bega zu kommen. Dieses versteckte sich in einer kleinen Straße hinter Bäumen so das wir es erst nach mehrmaligem vorbeifahren entdeckten. Und so versteckt wie es war bot es auch nicht sehr viel Platz für Gäste. Es gab nur 3 Zimmer mit ja 6 Betten. Überhaupt ähnelte es eher einer kleinen Pension und es war passender weise auch eine Gruppe von älteren Menschen anwesend die sich für ihr Osterwochenende zum Drachen steigen lassen, getroffen haben. Der Aufenthaltsraum war einladend wie bei Oma gestaltet mit jeder Menge Dingen an der wand verteilt, die sich im Laufe der vermutlich letzten 50 Jahren angesammelt hatten. Ganz der Atmosphäre entsprechend war die Gruppe um unser wohl besorgt und meinten wir sollen uns bei ihrem Dinner bedienen, damit wir was anständiges zu Essen bekommen. Das Gemüse war auch alles organisch vom Nachbarn, wie mir eine Frau mehrmals versicherte. Da man außer Essen hier sonst nicht sehr viel machen konnte, endeten wir in einem lange Gespräch in unserem Zimmer bis mitten in die Nacht! Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war das erste was ich wahrnahm der Geruch von Kühen gemischt mit der salzigen Luft des Meeres. Das war ja auch nicht verwunderlich, da Bega bekannt war für seinen Käse. Wir machten also noch einen Stop an der Käse Fabrik wo wir uns durch alle Sorten probierten, bevor wir endlich an den Strand gehen konnten. Die Sonne hatte seine Kraft auch wieder bekommen und lud uns zu einem lange Strandspazierang ein. Doch alles schöne endet ein mal, so neigte sich auch unser Wochenende dem Ende zu und wir mussten schweren Herzens zurück nach Sydney aufbrechen. Dieses letzte Stück war das wohl schönste auf unserem ganzen Roadtrip. Die Straße war immer noch kurvig und eng, aber diesmal befanden wir uns im Regenwald der immer wieder auflichtete und uns eine unglaubliche Aussicht auf verschiedene Lichtungen bot. Auf einmal schauten wir von einem Berg runter aufs Meer oder eine Wiese mit Kühen. Dieser Anblick war immer noch ungewohnt, denn man erwartet in einem Land wie Australien keine Kühe! Wir machten noch einen letzten kleinen Zwischenstop, denn wir wollten uns den Spaß ein Foto vor einem berühmten australischen Schild zu machen, nicht entgehen lassen. Auch wenn das hieß dass wir am Seitenstraßen anhielten und seltsame Blicke der anderen Autofahrer über uns ergehen lassen mussten. Als wir uns dann Sydney näherten kamen wir natürlich noch in eine Polizei Kontrolle, die an Feiertagen besonders häufig anzutreffen sind. Die Polizisten sind aber sehr freundlich hier und immer zu einem Small Talk aufgelegt. Der nette Herr forderte mich dann auf in deutsch bis zehn zu zählen, nachdem er meinen Führerschein gesehen hatte. In sein Alkoholkontrollgerät fing ich dann an auf englisch bis 10 zu zählen. Dies führte natürlich zu allgemeinem Gelächter und ich merkte es erst als ich schon bei 8 war. Das bewies zum einen, dass mein Gehirn englisch nicht mehr als Fremdsprache ansieht und zum anderen dass es Zeit war endlich anzukommen um auszuruhen. Zu Hause wurde ich freudig von den Kindern empfangen die mir sofort ihre große Ausbeute der Ostereiersuche zeigten. Ich hatte in nur 4 Tagen über 2000km zurück gelegt und unglaublich viel gesehen und erlebt. Eine Woche vorher hatte ich nicht einmal daran geglaubt dass das wirklich klappen wird. Dennoch verlies ich mich auf fremde Menschen und habe dadurch eine unglaublich tolle Erfahrung gemacht und bin auch mit meinem englisch ein ganzen Schritt vorwärts gekommen!

Mittwoch, 11. April 2012

"Fun is supposed to be spontaneous" 








Ich kann es gar nicht fassen, dass ich tatsächlich nicht einmal eine Woche vor Ostern spontan beschlossen habe nach Melbourne zu fahren. Nachdem mir die Familie eine Woche vor Ostern mitgeteilt hat, dass wir doch nicht an die Gold Coast gehen wusste ich nicht was ich machen soll. Immerhin hatte ich 4 Tage am Stück frei und wollte die nicht in Sydney verbringen. Als ich dann am Strand mit 3 anderen Mädels lag um unsere Reise im Juli zu planen, bekam ich richtig Lust weg zu fahren, egal wo hin! In einer Au Pair Gruppe in Facebook postete ich dann, dass ich gerne die Great Ocean Road machen würde! es fanden sich sofort ein paar andere Mädchen die auch nach Melbourne wollten (wo die Great Ocean Road beginnt). Allerdings wollten die in Melbourne bleiben. Ich überflog dann noch einmal die Strecke und merkte dass es allein nach Melbourne über 10 Stunden mit dem Auto dauert. Mit der Great Ocean Road wäre ich dann die kompletten 4 Tage im Auto gesessen. Wir beschlossen also 2 Nächte in Melbourne zu bleiben und dann auf dem Rückweg an der Küste entlang zu fahren und eine Nacht in der Nähe eines Strandes zu verbringen, da Bega relativ auf der Hälfte der Strecke lag fiel unsere Wahl auf dieses kleines Städtchen! 
Am Donnerstag Abend sollte es losgehen. Wir kannten uns untereinander alle nicht. Ich fuhr also zu dem vereinbarten Treffpunkt und stand 4 fremden Mädchen gegenüber. Mia eine Deutsche, die eine Freundin besuchen wollte, Nadia aus Dänemark, Marloes aus Holland und Claire aus China. Nachdem der übliche Smalltalk über gemeinsame Erfahrungen als Au Pair ausgetauscht waren, wurde es still im Auto und ich merkte dass ich doch sehr müde war! Jede Stunde machten wir einen Stopp und es gab auf der Strecke sogar Anlaufstelle für Auto und LKW Fahrer mit kostenlosem Kaffe, Tee und Keksen! Dennoch konnte ich nach 7 Stunden Auto fahren meine Augen kaum noch offen halten und beschloss, dass es für alle Mitfahrenden das beste und sicherste wäre, wenn jemand anderes fährt. Ich schlief sofort ein und wachte erst auf, als es schon wieder hell wurde. Ausgeruht wie ich war übernahm ich dann wieder das Steuer für die letzte Strecke zu unserem Hostel in Melbourne, das wir nach 11 Stunden Auto fahrt erreichten. Die Strecke war sehr angenehm zurück zu legen, da der Highway breit und flach war mit sehr wenig Verkehr! Völlig erschöpft mussten wir feststellen, dass wir erst am Mittag einchecken konnte, also beschlossen wir ein wenig die Stadt zu erkunden. Mein erster Gedanke war, Melbourne ist eine tote, langweilige, schmutzige und ein wenig heruntergekommene Stadt! Allerdings hatte ich auch noch nicht sehr viel gesehen und wegen Karfreitag war alles geschlossen und kaum ein Mensch unterwegs! Da wir alle nicht sehr beeindruckt waren von der Stadt warteten wir im Park bis wir auf unser Zimmer konnten! Für mich war es das erste Mal das ich in einem Hostel wohnte und wenigstens gefiel es mir hier! Wir landeten in einem 12er Zimmer und gönnten uns dann erst ein mal eine Dusche! Nach einem frühen, überteuerten Abendessen war ich ein wenig enttäuscht von allem und wollte doch noch die Great Ocean Road machen. Natürlich gab es aber keine Tour am Samstag weshalb ich noch enttäuschter war und beschloss am Abend nicht mehr auszugehen sondern im Hostel zu bleiben. Immerhin gefiel es mir hier. Die Stimmung in einem Hostel ist einfach super, alle sind offen und es herrscht ein vertrauensvolles Verhältnis. Man kann selbst wertvolle Sachen im Zimmer liegen lassen ohne dass sie jemand anderes nimmt. Außerdem kamen wir sofort in ein tolles Gespräch mit 2 Kanadierinnen! Vollkommen erholt startete ich mit neuer Motivation in den nächsten Tag in der Hoffnung dass dieser nicht enttäuschend endet. Bei unserer Planung des Tages stellte ich schnell fest, dass es schwierig ist mit einer Gruppe unterwegs zu sein, von denen man niemand richtig kenn. Denn keiner sagt wirklich seine Meinung was er machen möchte und was nicht. Letztendlich hatten wir uns aber eine Sightseeing Tour zusammen gestellt die uns als erstes auf den Queen Victoria Market direkt am Hostel führte! Sofort merkte ich, dieser Tag sieht vielversprechend aus. Der Markt bot alles was man braucht, war aber dennoch nicht nur auf Tourismus ausgelegt, sondern eher für alltägliche Dinge! Überdächte Schuppen trennten die verschiedenen Abteilungen voneinander. In dem einen Schuppen gab es Kleidung, im nächsten Obst und Gemüse und im nächsten konnte man alles Kaufen was man im Haushalt so braucht, das reichte von lebendigen Hühnern bis hin zu Einkaufswägen. Der Markt war aber nicht überfüllt wie man es sonst auf Märkten oft erlebt. Überhaupt herrschte hier ein alltägliches Treiben von Menschen die den markt als Einkaufsladen nutzten! Mit einem kostenlosen Shuttlebus fuhren wir an den Hafen und ich merkte sofort, dass mein erster Eindruck der Stadt komplett falsch war. Auf dem kurzen Weg im Bus sah ich unglaublich viele einzigartige Gebäude, von dem jedes ein kleines Kunstwerk war. Beim Bau der Häuser geht es wohl nicht darum, so sinnvoll wie möglich zu bauen, dass heißt ein großer eckiger klotz mit vielen Wohnungen, sonder darum, dass es schön aussieht, ganz egal wie sinnlos und unpraktisch der Raum genutzt wird. Dafür kann man überall etwas entdecken. Manch ein Haus hatte einfach nur eine ganz bunte strukturierte Fassade, ein anderes hatte Fließen wie in einem Badezimmer an der Außenwand und wieder ein anderes Haus hatte bewegliches Silberplatten die wie eine Welle die Hauswand entlang wanderten! Besonders am Hafen hatte man eine wunderschöne Aussicht auf die Skyline von Melbourne ohne Touristentrubel! Auf unserem weiteren Weg kamen wir an jeder Menge Kunstwerken vorbei, sei es eine Kuh die verkehrt herum in einem Baum hing, eine Rote Treppe die nirgendwo hin führte, Skulpturen die aussahen wie Wellen oder einfach ein leeres Zugabteil für ein Cafe! An jeder Straßenecke konnte man etwas entdecken und all dies stand im starken Kontrast zu den sehr alten einfachen Gabäuden, die dort auch noch existierten! Dagegen wirkte der Botanische Garten dann sehr enttäuschend. Außer hin und wieder einer Skulptur oder Brunnen gab es da nichts zu sehen und so machten wir uns auf den Weg zu unserem Ziel, der Graffiti Straße, eine Straße deren Wände voll sind mit Graffiti. Und da gab es wirklich jede Menge zu entdecken, ein kleiner Pfosten wurde zu einem Penguin, auf dem Boden waren Blumen verteilt, sogar die Beatles konnte man an der Wand entdecken! Völlig erschöpft von all den Eindrücken ging es dann wieder ins Hostel und wieder einmal merkte ich dass Autralien doch so anders ist als Deutschland. Wir kamen sofort wieder ins Gespräch mit anderen Mädels aus unserem Zimmer überhaupt geht hier jeder auf den anderen zu anstatt ihn zu ignorieren. Wenn man in Deutschland jemanden in der Straßenbahn oder auf der Straße anspricht wird man mit einem seltsamen Blick bedacht und dann ohne Antwort stehen gelassen. Ich denke auch nicht, dass man in Deutschland spontan mit 4 völlig fremden Menschen in eine völlig fremde Stadt fährt ohne zu wissen, wo man landen wird und ob man einen Schlafplatz für die Nacht hat. Ich war aber total entspannt und fühlte mich nicht einmal unwohl. Und obwohl keiner in seiner Muttersprache redete hatten wir keine Probleme lange Gespräche zu führen die weit über den oberflächlichen Small Talk hinaus führten!