Eine neue Woche bricht an, das bedeutet unser Besuch ist nur noch eine Woche hier, das muss natürlich ausgenutzt werden. Ein striktes Programm stand uns bevor, obwohl es mehr Spaß war als anstrengend. Dienstag haben die Kids frei bekommen um ins Aquarium zu gehen, da ich das aber immer sehr langweilig finde, verabredete ich mich mit anderen Au pairs in der Stadt! Um mir die Zeit bis dahin zu vertreiben schaute ich mir die Stadt zum ersten mal ganz alleine an. Ich lief am Wasser den ganzen Weg vom Darling Harbour zur Harbour Bridge. Während ich in meinen Shorts und Top beim gemütlichen Spaziergang schon kochte, kamen mir in der prallen Sonnenhitze jede Menge gutgelaunter, frisch aussehende Jogger entgegen mit nicht einem Schweißtropfen auf der Stirn. Ich frage mich immer wieder wie die das schaffen, genauso die ganzen Frauen, die in den engsten Kleidern und High heels durch die Stadt laufen. Und das bei Temperaturen bei denen eigentlich das ganze Make up verschmieren müsste! Als ich dann an der Wharf ankam hörte ich durch ein Fenster rythmische klassische Klaviermusik. Und sofort wusste ich, dass muss ein Tanzstudio sein. Wie Peter mir schon erzählt hatte, trainiert hier die Tanzakademie von Sydney! Leider waren die Fenster zu hoch, so dass ich kaum ein Blick hineinwerfen konnte. Dennoch merkte ich wie sehr mir das tanzen fehlt und dass ich jetzt da ich wieder gesund bin, unbedingt nach einer Tanzschule bei mir in der Nähe suchen muss. Wegen der Hitze gingen wir früher heim als geplant und holten uns eine Abkühlung im Pool mit viel Spaß und Spiel. Den Rest der Woche verbrachten wir größtenteils in Einkaufszentren in der näheren Umgebung, damit jeder Verwandte in Österreich ein Geschenk bekommen kann. Normalerweise mag ich keine Einkaufszentren aber mit der kleinen Mia hat es total Spaß gemacht durch die Gänge zu rennen und Verstecken zu spielen. Abends befanden wir uns dann alle im Wohnzimmer und arbeiteten oder vertrieben uns die Zeit mit Tennis spielen auf der Wii. Dabei ging es in erster Linie um die Gesellschaft und ich fand es ganz nett abends nicht alleine in meinem Zimmer zu sitzen währen ich mein Tagebucheintrag mache. Und Auf einmal war es schon Samstag. Kaum zu glauben, das der letzte Tag von Peter, Sarah und Mia gekommen ist. Alle zusammen erledigten wir noch die aller letzten Einkäufe den Tag über und hatten dann ein leckeres Abendessen zusammen, bevor Sarah und ich uns fertig machten für die Mardi Gras Parade. Das ist eine Schwulen und Lesben Parade, auf der alles bunt und schräg ist. Um nicht “underdressed“ zu sein plünderten wir Evas Schatztruhe und fanden Tüllröckchen, Hasenohren, Katzenmaske und natürlich durften die Flügel auch nicht fehlen, dann noch ein bisschen pinkes Spray in die Haare und der Fasnachtsersatz für mich konnte kommen. Gut gelaunt kamen wir leider viel zu spät an, so dass wir nur noch den letzten Teil der Parade sehen konnte. Das machte aber überhaupt nichts, denn die Stimmung war einfach unglaublich gut. Obwohl so viele Menschen auf der Straße waren, konnten wir uns einen guten Platz ergattern und schauten uns alles in Ruhe an, ohne Geschubse und Gedrängel. Nach der Parade, blieb die Stimmung auch weiterhin erhalten und wir wurden mehrmals wegen unseren Kostümen angesprochen. Einige meinten einfach nur dass sie unser Kostüm super finden und andere wollten unbedingt ein Foto von uns machen. Und natürlich wurden wir auch hin und wieder gefragt ob wir lesbisch seien, denn nicht jeder läuft so kitschig herum und es war manchmal eine gute Ausrede um nervige Anmachsprüche abzuwimmeln. Wir gingen dann aber doch relativ früh wieder nach Hause wo wir bis zur Abreise, um 4 Uhr morgens, Tennis spielten. Am nächsten Morgen war der Besuch aus Österreich dann auch schon wieder weg und wurde von allen vermisst. Ella fragte die ganze Zeit nach Mia und auch sonst fehlte die freundliche offene Art von Sarah und Peter, die immer mit den Kids rumgetobt haben. Ich fuhr dann in die Stadt und traf endlich nach 2 Wochen die Lisa wieder. Wir liefen einfach nur durch die Stadt. Ich war zwar immer noch beeindruckt, aber zum ersten mal war es für mich ein ganz normales Gefühl hier zu sein. Und ich konnte mich zum ersten mal gut zurecht finden, ohne wir ein Tourist zu wirken und ständig auf meine Karte zu schauen. So langsam fügt sich das Puzzle aus Straßen und Gebäuden zu einer bekannten Stadt zusammen.
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