Endlich kann ich mir hier einen Alltag einrichten, dachte ich mir jedenfalls am Montag Morgen nachdem ich die Kids in die Schule gebracht habe. Ich war den ersten Morgen alleine zu Hause und muss sagen dass ich Sarah, Mia und Peter wirklich vermisse. Es war immer sehr nett mit Peters Humor, Sarahs Energie die sich im ganzen Raum ausbreitete und natürlich Mia, die sowieso unglaublich viel Leben ins Zimmer gebracht hat sobald sie durch die Türe kam. Um mein Kummer zu ertränken, ging ich mit Sandra shoppen. Naja eigentlich ging sie shoppen und ich bekam ein Boost umsonst. Boost ist eine Kette für Säfte, Shakes und Smoothies. Dort gibt es zur Zeit ein Spzialangebot. Jeden Tag werden Namen genannt und wenn du so heißt bekommst du ein Getränk umsonst und glücklicherweise war gerade am Montag Sarah dran. Die Säfte dort sind super lecker und so holte ich mir bei dem nächsten Boost um die Ecke gleich noch einen 2. Am Abend ging es dann mal wieder zu Max Brenner, aber dieses Mal in Manly direkt am Strand wo wir einen Freund von Sandra trafen. Obwohl er deutsch kann, redeten wir den ganzen Abend auf Englisch, war super gut war und ich fühlte mich so langsam nicht mehr fremd in der Sprache. Wir gingen dann noch aufs Dach einer Bar, von wo wir einen super Blick aufs Meer hatten. Und zum ersten mal fühlte ich mich in Manly nicht wie ein Tourist. Ich versuchte dann also am Dienstag ein wenig Routine in mein Leben zu bringen und ging eine Runde joggen und war wieder mal erstaunt von der super schönen Umgebung und davon, dass die Australier irgendwie nichts vom Straßenbau zu verstehen scheinen. Da Caro krank war und demnach zu Hause, hatte ich die nächsten Tage nicht sehr viel zu tun. So spielte ich nur ein wenig mit den Kids und genoss es durch die Nachbarschaft spazieren oder joggen zu gehen. Am Donnerstag kam hier der große Regen und da dürfen die Kinder sofort in die Klasse und müssen nicht draußen warten bis die Glocke klingelt. Ich bin also mit Eva reingegangen und war ein wenig schockiert was ich da sah. Zum einen war es super kinderfreundlich eingerichtet mit selbstgebastelten Sachen an den Wänden. Und dann standen da doch tatsächlich 3 große Maccomputer und an Stelle einer Tafel gab es eine Leinwand. Dort wurde zur Beschäftigung ein ziemlich schlechter Zeichentrickfilm abgespielt der den Kindern beim Lesen lernen helfen soll. Da war ich dann richtig froh, dass meine Kids kreativ genug sind und sich mit richtigen Spielsachen wie einem Ball oder Springseil beschäftigen können und nicht am Nachmittag vor einem iPad oder Fernseher sitzen, wie ich es schon von anderen Au pairs gehört habe. Überhaupt habe ich gemerkt, dass ich gar nicht der Entertainer der Kinder sein muss, sondern, dass es reicht wenn ich mich einfach nur auf sie einlasse. Denen fällt immer was ein um sich die Zeit zu vertreiben. Entweder wir spielen Ball, gehen in den Park oder sie turnen mit und auf mir herum. Auf einmal war auch schon wieder Wochenende und bei strahlendem Wetter hieß das natürlich: „Strand ich komme“. Noch schnell ein leckeren Salat gemacht und dann ging es los. Ich wollte noch Lisa und ein anderes Mädchen im Nachbarort abholen und da passierte natürlich etwas mit dem Auto. Ich hörte nur ein Plopp und dachte im selben Moment, bitte nicht der Reifen. Aufs schlimmste gefasst fuhr ich zurück, da ich nicht mitten am Hang stehen bleiben wollte. Oben angekommen stieg ich aus und da sah ich das Unglück, ein platter Reifen. Ich total geschockt, konnte irgendwie an nichts mehr denken und dennoch war ich vollkommen klar im Kopf. Als erstes schaute ich nach ob ein Ersatzreifen vorhanden war. Dies war der Fall und so lief ich die Straße zurück, denn ich hatte dort einen jungen Mann beim Auto putzen gesehen. Freundlich wie er war, half er mir beim Reifenwechseln, wobei eigentlich er die ganze Arbeit leistete und das bei 30°, aber viel hätte ich da sowieso nicht helfen können. Unglaublich dankbar konnte ich dann endlich zum Strand aufbrechen wo ich mich dann den Rest des Tages von meinem Adrenalinkick erholte und mich schon mal darauf vorbereitete es Caro und Karl zu sagen. Das erledigte ich dann am Sonntag und sie waren absolut nicht böse. Dieses mal fuhr ich dann aber mit dem Bus zum Strand, was eine tolle Erfahrung war. Hier stellen sich die Menschen doch tatsächlich wie es sich gehört, brav in einer Reihe auf während sie auf den Bus warten. Am Strand traf ich eine Gruppe von Mädchen die ich alle noch nicht kannte. Da eine Amerikanerin dabei war sprachen wir die ganze zeit nur Englisch und ich fühlte mich langsam richtig wohl in der Sprache. Ich musste mich dann sogar richtig konzentrieren als ich dann doch mal auf deutsch redete. Auf dem Heimweg merkte ich dann aber, dass es auch ziemlich nerven kann wenn man nur noch auf englisch denkt, vor allem weil mir doch hin und wieder noch Wörter fehlen und ich auch nie weiß, ob meine Grammatik richtig ist oder falsch und das macht mich wahnsinnig. Momentan ist sowohl Englisch als auch Deutsch in der einen oder anderen Hinsicht eine Fremdsprache für mich. Vielleicht habe ich mich doch noch nicht ganz eingelebt, auch wenn ich mich nicht mehr wie ein Tourist fühle. Deswegen wunderten sich die andere eventuell auch als ich nicht ganz begeistert auf ihre Frage antwortete wie es mir in Sydney gefällt.

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