Dienstag, 27. März 2012

"Enjoy the little child within you soul"


In den letzten 2 Wochen konnte man deutlich spüren, dass der Herbst einkehrt. Gegen Nachmittag wird es kühler und auch morgens brennt die Sonne nicht mehr so heiß wie gewöhnlich! Und das schlimmste daran ist, dass es auch Abends relativ früh dunkel wird. Dennoch gibt es immer noch sehr heiße Tage mit knappen 30°.
Ansonsten hat sich hier inzwischen ein sehr guter Alltag eingependelt nachdem der ganze Trubel mit Besuch vorbei ist. Für mich heißt das, ich kümmere mich jetzt ganz allein um die Kids und muss sie beschäftigen. Aber genau dort lag mein Fehler, weshalb ich manchmal nicht wusste wie ich die paar Stunden am Nachmittag füllen soll. Denn eigentlich muss man gar nicht den Entertainer spielen. Wenn man sich einfach auf die Kinder einlässt und ihnen folgt, dann kommen ganz von alleine Ideen und Spiele um sich zu beschäftigen. Und das allerwichtigste was ich vor 2 Wochen entdeckt habe war, dass ich nur selber wieder zum Kind werden muss. Mit der einzigen Ausnahme, dass ich trotzdem noch Verantwortung tragen muss. Aber das war gar kein Problem. Ich habe mir einfach einen Roller geschnappt und wettrennen mit den Kids zum Park unternommen. Dort haben wir fangen auf den Klettergerüsten gespielt und sind Bäume hochgeklettert. Überhaupt versuche ich so viel wie möglich mit den Kindern rauszugehen. Zum einen um die letzen Sommertage zu genießen und zum anderen sind sie dann nicht so schnell gelangweilt und fangen an zu streiten. Das ist hier nämlich ein sehr großes Problem. Besonders Eva war sehr schwierig, aber nur weil sie am krank werden war, wie sich vor einer Woche herausstellte. Da sie aber körperlich erschöpft war, schwankte ihre Stimmung sehr stark und von einem Moment auf den anderen fing sie an zu weinen und ärgerte ihren Bruder ohne Grund und lies sich auch nicht wieder beruhigen. Das wurde mir dann zum Verhängnis, als ich Marcus zum Saxophon bringen musste. Einen Moment war ich nicht konzentriert genug, Weil die Kids sich gegenseitig treten und schlagen im Auto und schon war ich zu weit links und streifte ein anderes Auto. Nun gut, jetzt werde ich auch einmal die Erfahrung machen wie es in Australien abläuft wenn man einen Unfall hat. All die Dinge die ich in Deutschland in 18 Jahren nicht erlebt habe, tauchen hier in wenigen Monaten auf. Natürlich war ich dann erst mal sauer auf die Kinder, die den Rest der Autofahrt auch ganz still waren. Man darf Kindern aber nicht lange böse sein. 1. vergessen sie solche Dinge sowieso ganz schnell wieder, besonders Eva und 2. verstehen sie den Zusammenhang nicht. Als Eva dann am Nachmittag zu mir kam, während ich darüber nachdachte wie es jetzt weiter geht und fragte warum ich traurig bin, konnte ich ihr einfach nicht mehr böse sein. Und ich habe daraus gelernt, dass ich anhalte wenn die Kinder anfangen zu streiten im Auto! Glücklicherweise hatte ich am nächsten Tag wieder genug Zeit an den Strand zu gehen und mich zu entspannen. Und wenn man den Strand so nahe vor der Tür hat, wundert es mich nicht, dass alle Menschen hier so ruhig, entspannt und erholt erscheinen. Man sieht niemanden von einem Ort zum anderen hetzen und wenn man selber einmal rennt um einen Zug zu erwischen wird man komisch angeschaut. Diese Erfahrung machte ich als ich mich am Samstag vor einer Woche endlich mal ins Nachtleben stürzte. Da hier Alkohol sehr teuer ist, besonders in Clubs, traf ich mich vorher mit einer Freundin am Darling Harbour um eine Flasche Wein zu trinken. Da dies in der Öffentlichkeit eigentlich verboten ist, steckt man die Flasche einfach in eine Tüte oder füllt den Inhalt in eine andere Falsche um. Wir saßen also am Wasser schauten uns ein kleines Feuerwerk an, das hier einmal im Monat stattfindet und freuten uns auf die Nacht. Leider war ich ein wenig enttäuscht, denn in dem Club sah jeder gleich aus. Die Mädels hatten die engsten und kürzesten Sachen an und die Jungs liefen alle im Hemd rum, meistens ein blaues. Also genoss ich einfach die Musik und ruhte mich an dem Pool auf dem Dach aus. Völlig erschöpft, musste ich dann die komplette George street barfuss entlang rennen um meinen letzten Zug noch zu erwischen, der mich dann nach Hause brachte wo ich in einen tiefen Schlaf fiel.
So wie jedes Wochenende war auch am nächsten Tag wieder was los in der Stadt. Dieses mal wurde der St. Patricks Day mit einer Parade gefeiert. Ich zog also mit Lisa und ein paar anderen Freundinnen los in die Stadt, wo uns lauter in grün gekleidete Menschen begegneten. Diese Parade war ganz anders als die Mardi Gras. Viel ruhiger und besser geeignet für Familien, lief die ganze Zeit irische Volksmusik. Danach ging es weiter in den Hyde Park wo eine Bühne aufgebaut war. Wir setzen uns dort auf die Wiese hörten den Performern zu und aßen unseren Kuchen. Ganz am Ende wurde dann noch der irische Volkstanz aufgeführt und ich wunderte mich nicht mehr länger darüber, warum der Kobold das Symbol der Iren ist!
Die nächste Woche verlief problemlos. Eva ging trotz Erkältung in die Schule, dafür war sie am Nachmittag so erschöpft und ruhig, dass sie die meiste Zeit drinnen verbrachte, wo ich ihr etwas vorlas oder sie mit der kleinen Ella spielte. Ich lernte auch noch die Lena kennen, die ebenso in St. Ives wohnt und stürzte mich mit ihr am Donnerstag erneut ins Nachtleben. Dieses mal ging es aber nicht in die Innenstadt und ich muss sagen ich hatte deutlich mehr Spaß. Die Menschen hier wirkten nicht so angespannt, aufgesetzt und steif, sie waren einfach nur hergekommen um Spaß zu haben, dabei spielt es keine Rolle ob man am Ende alleine heimgeht oder nicht! Und dann war es auch schon wieder Freitag, das hieß wieder ein mal, Beach ich komme. Und ich entdeckte einen neuen Strand der noch schöner war als die anderen! So lässt sich das Leben am anderen Ende der Welt genießen und man vergisst all die Dinge, die einen im laufe der Woche gestört haben. 
Am Samstag führte mich mein Weg auf der Suche nach einem Bioladen, in eine ganz andere Ecke von Sydney. Wie ich später von Caro erfuhr ist die Trainstation dort die gefährlichste. Ich hatte allerdings kein beklemmendes Gefühl, im Gegenteil ich war auf einmal im richtigen Leben von anderen Menschen angekommen. Familien spielten mit ihren Kindern im Park, andere sonnten sich bei einem Picknick auf der Wiese und ich kam in ein sehr künstlerisches Viertel. Dort waren die Türen zu kleinen Gallerien geöffnet und man konnte wenn es einen interessierte einfach hinein gehen oder man schaute nur beim vorbeigehen hinein. Als ich endlich mein langersehntes Körnerbrot gefunden und gekauft hatte, machte ich mich zu Fuß zurück Richtung Botanischen Garten, der hinter dem Opernhaus liegt. Ich lief die Crown Street entlang und verliebte mich umgehend in diese Straße. Die Häuserfassade sah aus, als wäre sie aus Pappe und würde in ein Filmstudio in Hollywood gehören. Ein Haus schloss direkt ans nächste An und war nur so breit, dass dort eine Tür und ein Fenster hinpasste. 2 Meter vor der Haustüre war ein kleines Gartenzaun und die 3 Schritte dorthin waren mit kleinen Bäumchen, Büschen und anderen Pflanzen bestückt. Hauptsache es war grün. Und diejenigen die 2 Stockwerke hatten, besaßen einen kleinen Balkon auf dem nicht mehr Platz war, als für ein Tisch mit 2 Stühlen, wo man herrlich seine Morgenzeitung mit einem Kaffe genießen kann. Das kleine Kind in mir machte sich bemerkbar und ich entdeckte viele kleine schöne Dinge. Überhaupt schien hier alles viel kleiner zu sein, als sonst in Australien. Dafür war alles einzigartig. Kein Haus sah aus wie das andere, die Kaffes gab es sonst nicht noch einmal und boten meistens nur Platz für max. 5 Tische. Studenten verkauften vor ihrem Haus auf der Straße alte Sachen und ich schaute in die ein oder andere offene Haustür hinein und wünschte mir, dort zu wohnen! Durch den botanischen Garten ging ich zum Openrhaus und wurde sofort aus meiner kleinen Welt gerissen. Alles war wieder daraus ausgelegt Geld zu machen und Touristen anzulocken. Schnell lief ich zur Harbour bridge um diese einmal zu Fuß zu überqueren und einen anderen Blick auf das Opernhaus zu bekommen und sofort ging es mir wieder besser, ich hatte das Gefühl wieder ein wenig freier zu sein. Vielleicht lag das auch nur an der Höhe und dem Wasser unter mir mit all den schönen Segelbooten. Gut gelaunt kam ich am Abend rechtzeitig zum babysitten nach Hause und wurde freudig von den Kindern entfangen die sich darauf freuten, dass ich wieder da bin um mit ihnen zu spielen. Ich lies das Wochenende am Sonntag erst mit einem schönen Brunch und dann einem kleinen Ausflug zum Darling Harbour ausklingen. Dort fand das indische Holi, das Fest der Farben statt. Auf einer Bühne zeigten die Mädchen und Frauen  ihre Tänze, ich lies meine Hand mit Henna schmücken und in einem anderen Teil konnte man, wie es in Indien auf der Straße üblich ist, mit Farben um sich werfen. Und wieder einmal war ich erstaunt wie international Sydney ist und dass es keine Probleme unter den verschiedenen Kulturen gibt. Jeder kann seine Traditionen ausführen und es gibt niemanden der es verbietet oder versucht zu unterdrücken. Im Gegenteil jeder ist herzlich dazu eingeladen mit zu machen und einen schönen Tag zu verbringen. 


Montag, 12. März 2012

"Already settled down?"



Endlich kann ich mir hier einen Alltag einrichten, dachte ich mir jedenfalls am Montag Morgen nachdem ich die Kids in die Schule gebracht habe. Ich war den ersten Morgen alleine zu Hause und muss sagen dass ich Sarah, Mia und Peter wirklich vermisse. Es war immer sehr nett mit Peters Humor, Sarahs Energie die sich im ganzen Raum ausbreitete und natürlich Mia, die sowieso unglaublich viel Leben ins Zimmer gebracht hat sobald sie durch die Türe kam. Um mein Kummer zu ertränken, ging ich mit Sandra shoppen. Naja eigentlich ging sie shoppen und ich bekam ein Boost umsonst. Boost ist eine Kette für Säfte, Shakes und Smoothies. Dort gibt es zur Zeit ein Spzialangebot. Jeden Tag werden Namen genannt und wenn du so heißt bekommst du ein Getränk umsonst und glücklicherweise war gerade am Montag Sarah dran. Die Säfte dort sind super lecker und so holte ich mir bei dem nächsten Boost um die Ecke gleich noch einen 2. Am Abend ging es dann mal wieder zu Max Brenner, aber dieses Mal in Manly direkt am Strand wo wir einen Freund von Sandra trafen. Obwohl er deutsch kann, redeten wir den ganzen Abend auf Englisch, war super gut war und ich fühlte mich so langsam nicht mehr fremd in der Sprache. Wir gingen dann noch aufs Dach einer Bar, von wo wir einen super Blick aufs Meer hatten. Und zum ersten mal fühlte ich mich in Manly nicht wie ein Tourist. Ich versuchte dann also am Dienstag ein wenig Routine in mein Leben zu bringen und ging eine Runde joggen und war wieder mal erstaunt von der super schönen Umgebung und davon, dass die Australier irgendwie nichts vom Straßenbau zu verstehen scheinen. Da Caro krank war und demnach zu Hause, hatte ich die nächsten Tage nicht sehr viel zu tun. So spielte ich nur ein wenig mit den Kids und genoss es durch die Nachbarschaft spazieren oder joggen zu gehen. Am Donnerstag kam hier der große Regen und da dürfen die Kinder sofort in die Klasse und müssen nicht draußen warten bis die Glocke klingelt. Ich bin also mit Eva reingegangen und war ein wenig schockiert was ich da sah. Zum einen war es super kinderfreundlich eingerichtet mit selbstgebastelten Sachen an den Wänden. Und dann standen da doch tatsächlich 3 große Maccomputer und an Stelle einer Tafel gab es eine Leinwand. Dort wurde zur Beschäftigung ein ziemlich schlechter Zeichentrickfilm abgespielt der den Kindern beim Lesen lernen helfen soll. Da war ich dann richtig froh, dass meine Kids kreativ genug sind und sich mit richtigen Spielsachen wie einem Ball oder Springseil beschäftigen können und nicht am Nachmittag vor einem iPad oder Fernseher sitzen, wie ich es schon von anderen Au pairs gehört habe. Überhaupt habe ich gemerkt, dass ich gar nicht der Entertainer der Kinder sein muss, sondern, dass es reicht wenn ich mich einfach nur auf sie einlasse. Denen fällt immer was ein um sich die Zeit zu vertreiben. Entweder wir spielen Ball, gehen in den Park oder sie turnen mit und auf mir herum. Auf einmal war auch schon wieder Wochenende und bei strahlendem Wetter hieß das natürlich: „Strand ich komme“. Noch schnell ein leckeren Salat gemacht und dann ging es los. Ich wollte noch Lisa und ein anderes Mädchen im Nachbarort abholen und da passierte natürlich etwas mit dem Auto. Ich hörte nur ein Plopp und dachte im selben Moment, bitte nicht der Reifen. Aufs schlimmste gefasst fuhr ich zurück, da ich nicht mitten am Hang stehen bleiben wollte. Oben angekommen stieg ich aus und da sah ich das Unglück, ein platter Reifen. Ich total geschockt, konnte irgendwie an nichts mehr denken und dennoch war ich vollkommen klar im Kopf. Als erstes schaute ich nach ob ein Ersatzreifen vorhanden war. Dies war der Fall und so lief ich die Straße zurück, denn ich hatte dort einen jungen Mann beim Auto putzen gesehen. Freundlich wie er war, half er mir beim Reifenwechseln, wobei eigentlich er die ganze Arbeit leistete und das bei 30°, aber viel hätte ich da sowieso nicht helfen können. Unglaublich dankbar konnte ich dann endlich zum Strand aufbrechen wo ich mich dann den Rest des Tages von meinem Adrenalinkick erholte und mich schon mal darauf vorbereitete es Caro und Karl zu sagen. Das erledigte ich dann am Sonntag und sie waren absolut nicht böse. Dieses mal fuhr ich dann aber mit dem Bus zum Strand, was eine tolle Erfahrung war. Hier stellen sich die Menschen doch tatsächlich wie es sich gehört, brav in einer Reihe auf während sie auf den Bus warten. Am Strand traf ich eine Gruppe von Mädchen die ich alle noch nicht kannte. Da eine Amerikanerin dabei war sprachen wir die ganze zeit nur Englisch und ich fühlte mich langsam richtig wohl in der Sprache. Ich musste mich dann sogar richtig konzentrieren als ich dann doch mal auf deutsch redete. Auf dem Heimweg merkte ich dann aber, dass es auch ziemlich nerven kann wenn man nur noch auf englisch denkt, vor allem weil mir doch hin und wieder noch Wörter fehlen und ich auch nie weiß, ob meine Grammatik richtig ist oder falsch und das macht mich wahnsinnig. Momentan ist sowohl Englisch als auch Deutsch in der einen oder anderen Hinsicht eine Fremdsprache für mich. Vielleicht habe ich mich doch noch nicht ganz eingelebt, auch wenn ich mich nicht mehr wie ein Tourist fühle. Deswegen wunderten sich die andere eventuell auch als ich nicht ganz begeistert auf ihre Frage antwortete wie es mir in Sydney gefällt. 


Dienstag, 6. März 2012

"And she'll have fun fun fun" 





Eine neue Woche bricht an, das bedeutet unser Besuch ist nur noch eine Woche hier, das muss natürlich ausgenutzt werden. Ein striktes Programm stand uns bevor, obwohl es mehr Spaß war als anstrengend. Dienstag haben die Kids frei bekommen um ins Aquarium zu gehen, da ich das aber immer sehr langweilig finde, verabredete ich mich mit anderen Au pairs in der Stadt! Um mir die Zeit bis dahin zu vertreiben schaute ich mir die Stadt zum ersten mal ganz alleine an. Ich lief am Wasser den ganzen Weg vom Darling Harbour zur Harbour Bridge. Während ich in meinen Shorts und Top beim gemütlichen Spaziergang schon kochte, kamen mir in der prallen Sonnenhitze jede Menge gutgelaunter, frisch aussehende Jogger entgegen mit nicht einem Schweißtropfen auf der Stirn. Ich frage mich immer wieder wie die das schaffen, genauso die ganzen Frauen, die in den engsten Kleidern und High heels durch die Stadt laufen. Und das bei Temperaturen bei denen eigentlich das ganze Make up verschmieren müsste! Als ich dann an der Wharf ankam hörte ich durch ein Fenster rythmische klassische Klaviermusik. Und sofort wusste ich, dass muss ein Tanzstudio sein. Wie Peter mir schon erzählt hatte, trainiert hier die Tanzakademie von Sydney! Leider waren die Fenster zu hoch, so dass ich kaum ein Blick hineinwerfen konnte. Dennoch merkte ich wie sehr mir das tanzen fehlt und dass ich jetzt da ich wieder gesund bin, unbedingt nach einer Tanzschule bei mir in der Nähe suchen muss. Wegen der Hitze gingen wir früher heim als geplant und holten uns eine Abkühlung im Pool mit viel Spaß und Spiel. Den Rest der Woche verbrachten wir größtenteils in Einkaufszentren in der näheren Umgebung, damit jeder Verwandte in Österreich ein Geschenk bekommen kann. Normalerweise mag ich keine Einkaufszentren aber mit der kleinen Mia hat es total Spaß gemacht durch die Gänge zu rennen und Verstecken zu spielen. Abends befanden wir uns dann alle im Wohnzimmer und arbeiteten oder vertrieben uns die Zeit mit Tennis spielen auf der Wii. Dabei ging es in erster Linie um die Gesellschaft und ich fand es ganz nett abends nicht alleine in meinem Zimmer zu sitzen währen ich mein Tagebucheintrag mache. Und Auf einmal war es schon Samstag. Kaum zu glauben, das der letzte Tag von Peter, Sarah und Mia gekommen ist. Alle zusammen erledigten wir noch die aller letzten Einkäufe den Tag über und hatten dann ein leckeres Abendessen zusammen, bevor Sarah und ich uns fertig machten für die Mardi Gras Parade. Das ist eine Schwulen und Lesben Parade, auf der alles bunt und schräg ist. Um nicht “underdressed“ zu sein plünderten wir Evas Schatztruhe und fanden Tüllröckchen, Hasenohren, Katzenmaske und natürlich durften die Flügel auch nicht fehlen, dann noch ein bisschen pinkes Spray in die Haare und der Fasnachtsersatz für mich konnte kommen. Gut gelaunt kamen wir leider viel zu spät an, so dass wir nur noch den letzten Teil der Parade sehen konnte. Das machte aber überhaupt nichts, denn die Stimmung war einfach unglaublich gut. Obwohl so viele Menschen auf der Straße waren, konnten wir uns einen guten Platz ergattern und schauten uns alles in Ruhe an, ohne Geschubse und Gedrängel. Nach der Parade, blieb die Stimmung auch weiterhin erhalten und wir wurden mehrmals wegen unseren Kostümen angesprochen. Einige meinten einfach nur dass sie unser Kostüm super finden und andere wollten unbedingt ein Foto von uns machen. Und natürlich wurden wir auch hin und wieder gefragt ob wir lesbisch seien, denn nicht jeder läuft so kitschig herum und es war manchmal eine gute Ausrede um nervige Anmachsprüche abzuwimmeln. Wir gingen dann aber doch relativ früh wieder nach Hause wo wir bis zur Abreise, um 4 Uhr morgens, Tennis spielten. Am nächsten Morgen war der Besuch aus Österreich dann auch schon wieder weg und wurde von allen vermisst. Ella fragte die ganze Zeit nach Mia und auch sonst fehlte die freundliche offene Art von Sarah und Peter, die immer mit den Kids rumgetobt haben. Ich fuhr dann in die Stadt und traf endlich nach 2 Wochen die Lisa wieder. Wir liefen einfach nur durch die Stadt. Ich war zwar immer noch beeindruckt, aber zum ersten mal war es für mich ein ganz normales Gefühl hier zu sein. Und ich konnte mich zum ersten mal gut zurecht finden, ohne wir ein Tourist zu wirken und ständig auf meine Karte zu schauen. So langsam fügt sich das Puzzle aus Straßen und Gebäuden zu einer bekannten Stadt zusammen.